15. Herforder Hochzeitstage im Elsbach-Haus
Herford. Zeitweise war am Samstag kein Durchkommen im Elsbach-Haus, so viele Interessierte hatten den Weg zur Messe rund um die Hochzeit gefunden. 30 Aussteller luden dazu ein, ein vielfältiges Angebot zu entdecken, das nicht nur klassische Themen wie Festkleidung, Haarstyling und Schmuck abdeckte. Es gab zwischen Eingang und Parkhaus auch eine stilechte Limousine zu bewundern, Wellness-Angebote waren zu begutachten und Torten zu kosten.
Für Melanie Sperlich war es schon die dritte Messe, die sie besuchte, um fündig zu werden. Standesamtlich sind sie und ihr Mann Michael bereits getraut, nun wird noch die kirchliche Zeremonie geplant. "Ein Kleid hab ich schon", verriet die 29-Jährige. Jetzt fehle noch das Drumherum. "Man nimmt überall was mit", erklärte sie lächelnd. Später wollten sie sich an Ort und Stelle noch mit einem befreundeten Paar treffen, einen Kaffee trinken und sich über das Gesehene und Erlebte austauschen.
Viel an Eindrücken und Anregungen gab es vor allem bei der großen Modenschau mitzunehmen. Weibliche und männliche Models präsentierten Brautkleider, Anzüge, Abendmode und auch Abiball-Kleider. Über einen roten Teppich flanierten sie bis in die erste Etage, so dass alle Zuschauer die Mode aus nächster Nähe betrachten konnten.
Die sechsjährige Kim und ihre Schwester Yella, vier Jahre alt, bestaunten die Kleider von oben. Kim hat schon einen ganz bestimmten Geschmack. "Ein paar Kleider fand sie gar nicht schön", erzählte Mutter Gertrud Wieking aus Bad Salzuflen. Sie und ihr Mann wollten im Elsbach ursprünglich nur nach Lampen gucken und waren zufällig zu Besuchern der Hochzeitstage geworden. Plötzlich zeigen ihre Töchter aufgeregt nach unten: "Das da ist schön!". Gerade betritt eine Dame in einem rauschenden weißen Kleid mit langer Schleppe die Bühne. Obwohl ihre Lieblingsfarben eigentlich blau, rot und lila sind, war Kim von dieser Kreation ganz hingerissen.
Hinreißen lassen konnte man sich auch von den Kuchenwerken, die in der Café-Ecke dargeboten wurden. Ob sich etwas an den Wünschen der Paare im Vergleich zu früher geändert hat? Die Konditormeisterin ist sich sicher: "Es wird vielmehr ins Detail geplant. Die Vorstellungen der Kunden sind eindeutig spezieller."
Dabei spiele das Internet eine große Rolle. Viele informierten sich heutzutage im Vorfeld ganz genau, und wünschten sich dann ein bestimmtes ausgefallenes Modell, das sie auf einer Website gesehen hätten. "Nicht wenige dieser Torten sind aber leider Attrappen." So müsse sie dann manchmal erklären, dass aufgrund der Statik diese Träume aus Teig gar nicht herzustellen seien. Die Meisterin hat viel Verständnis für die Anliegen der Verlobten:"Jeder möchte natürlich ein ganz besonderes Stück, das es in der Art auf den Feiern der Freunde und Familie so noch nie gab".
Für ein Familienmitglied war auch Henrik Schal unterwegs, dessen Schwester heiratet. "Wir gucken vor allem nach Deko", erzählt seine Freundin Jana Hilbrink, 23 Jahre alt. Anstrengend finde sie das nicht, es mache ihr im Gegenteil viel Spaß.
So wie ihr ging wohl den meisten Besuchern der Veranstaltung, ob sie nun gezielt nach etwas für den großen Tag suchten, oder sich einfach von den Angeboten der Aussteller anregen und unterhalten ließen.