Herford. Die bundesweit tätige Autohauskette MAG Autowelt mit 57 Unternehmen an 34 Standorten ist in Schwierigkeiten. Den Antrag auf Eröffnung des Insolvenzverfahrens für die zentrale MAG Metz GmbH mit Sitz in Berlin und für die in OWL tätige Corsmann GmbH hat die Geschäftsführung am Mittwoch am Insolvenzgericht Bielefeld eingereicht. Das hat ein Gerichtssprecher bestätigt.
Von der Insolvenz betroffen sind in den Corsmann-Filialen in Herford, Bünde, Löhne und Vlotho rund 90 Mitarbeiter. Sie sind gestern Morgen über den Schritt informiert worden, sprechen durften sie über die Vorgänge im Haus nicht. Die Geschäftsführung zog sich anschließend ganztägig zu Besprechungen zurück und war für Auskünfte nicht zu erreichen. Auch einen vorläufigen Insolvenzverwalter gab es gestern noch nicht.
Wie alles begann
2008 feierte das Unternehmen sein 100-jähriges Bestehen. Der Landwirt Hermann Corsmann eröffnet 1908 in Herford einen Nähmaschinenhandel. 1926 erhält er die Opel-Generalvetretung für Herford. Nach 1949 entwickelte sich Corsmann zu einem der führenden Autohäuser. Zeitweise war jedes vierte in Herford verkaufte Auto ein Opel. 1988 verkaufte die Familie Corsmann das Unternehmen an Kaufmann Rainer Metz. Corsmann wird zur Keimzelle der von Berlin agierenden MAG Autowelt, einem der mittlerweile größten bundesdeutschen Autohändlern.
Unklar ist überdies, ob für jeden Standort ein eigener Insolvenzverwalter eingesetzt wird oder ein Gesamt-Verwalter installiert wird. Zur MAG Metz GmbH, die nicht nur im Internet unter dem Label MAG Autowelt auftritt, gehören bundesweit 57 Filialen. Sie konzentrieren sich neben OWL auf Berlin, die Region Dessau, den Frankfurter Raum sowie die Rheinschiene bei Düsseldorf. Die MAG Autowelt beschäftigt 1.200 Mitarbeiter und hat zuletzt nach eigenen Angaben 400 Millionen Euro Umsatz erzielt.
Standort Bad Oeynhausen 2009 geschlossen
Zum Fahrzeug-Angebot der Kette gehört neben Opel die gesamte Palette von General Motors von Cadillac bis Chevrolet, außerdem verkauft MAG-Geschäftsführer Rainer Metz an einigen Standorten auch Alfa Romeo, Volkswagen und Honda.
In mehreren Städten in Ostwestfalen hatten die Geschäftsführer Rainer Metz und Frank Terbeck Traditions-Opelhäuser übernommen. Nicht alle überlebten: Das Autohaus in Bad Oeynhausen zum Beispiel wurde 2009 geschlossen, nachdem die Mitarbeiterzahl von einst 80 auf zuletzt 17 Angestellte reduziert worden war.
In einigen Häusern ist nach Angaben der IG Metall inzwischen die Geschäftsführung an seine Tochter Vanessa weitergegeben worden. In Mettmann, Bückeburg und Porta Westfalica ist Vanessa Metz mit Frank Terbeck als Geschäftsführerin eingetragen. Die IG Metall hatte nach Aussage von Gewerkschaftssekretär Siegfried Tüte versucht, für MAG einen Gesamtbetriebsrat zu installieren. "Das hat sich wohl vorerst erledigt", fürchtet Tüte.