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05.03.2010
HERFORD
Zoff im Go Parc
Ein Fall - zwei Perspektiven
VON MEIKO HASELHORST

Herford. Seit sie Eltern sind, gehen Kevin und Nele (Namen geändert) nicht mehr häufig aus. Doch am vergangenen Samstag sollte es mal wieder soweit sein. "Wir wollten ein bisschen Spaß haben und sind in den Go Parc gegangen", sagt Kevin. Um 4 Uhr morgens beendeten Türsteher und Polizei den Spaß. Dafür hatten sie ihre Gründe.

"Bis dahin war eigentlich alles super", sagt Nele. "Coole Musik, nette Leute - wir waren gut drauf." Ihr Freund unterhält sich am Rand der Tanzfläche mit einem Cousin, die 22-Jährige selbst bewegt sich keine zwei Meter entfernt zum Rhythmus der Musik.

"Auf einmal stehen vier oder fünf Türsteher da, ziehen mich und meinen Cousin auf den Boden und schleppen uns in Richtung Ausgang", schildert Kevin seine Sicht der Dinge. "Mitkommen" und "Hände aus den Taschen" hätten sie gebrüllt, sonst nichts. Als Kevins Freundin eine Erklärung fordert, wird auch sie zum Ausgang gezerrt. "Dabei haben sie mich sehr hart angepackt", sagt Nele, zeigt auf blaue Flecken an Hüfte und Knien und auf die Gips-Manschette an ihrem Handgelenk.

Am Ausgang findet das Szenario seine Fortsetzung: Während Kevin und sein Cousin breitbeinig und mit erhobenen Händen an der Wand stehen, wird Nele draußen in ein Polizeiauto gesetzt. "Ich wusste nicht, wo meine Freundin war und was die mit ihr machten", sagt Kevin. Man habe ihnen zu keinem Zeitpunkt gesagt, was man ihnen überhaupt vorwarf.

"Die haben nicht mit uns gesprochen, haben uns nicht durchsucht und keinen Drogen-Test gemacht - rein gar nichts", sagt Kevin und schüttelt den Kopf. Irgendwann habe man sie ohne weitere Begründung des Hauses verwiesen. "Ich durfte nicht mal meine Jacke aus der Disko holen, die musste eine Bekannte mir bringen", sagt Kevin.

Am nächsten Tag erstatteten er und seine Freundin Anzeige wegen Körperverletzung.

Die andere Perspektive

André Lindemann ist der Mann, gegen den sich ihre Aussage richtet. Der Security-Chef der Herforder Großdisco, der an dem Vorfall unmittelbar beteiligt war, schildert die Sache anders: "Wir hatten am frühen Morgen einen Gast mit Drogen erwischt." Der junge Mann habe ihnen gesagt, dass er das Rauschmittel kurz zuvor in der Disko gekauft habe. "Und da verstehen wir überhaupt keinen Spaß", macht der Sicherheitsmann klar. Nach anfänglichem Zögern habe der Ertappte den Security-Leuten die Dealer ans Messer geliefert - und dabei auf Kevin und seinen Cousin gezeigt.

"Daraufhin haben wir die Polizei gerufen und die jungen Leute freundlich gebeten, uns unauffällig zum Ausgang zu begleiten", berichtet Lindemann. Kevin und Nele hätten sich geweigert. "Am schlimmsten war dabei die junge Frau", sagt er, "die hat rumgeschrien, bis alle Leute guckten." Etwas später, so der Security-Chef, habe sie sogar damit gedroht, ihm eine Sektflasche "über den Kopf zu ziehen".

Schließlich hätten eine Kollegin und eine Polizistin sie in besagten Streifenwagen gesetzt, um sie zu beruhigen. Da sich die Dame auch hier vehement zur Wehr gesetzt habe, sei eine rücksichtsvollere Behandlung schwierig gewesen. So könne es durchaus zu blauen Flecken gekommen sein.

Für Lindemann belegt ein "derartig hysterisches Verhalten, dass die Leute unter massivem Drogeneinfluss standen". Von der Polizei sei diese Einschätzung bestätigt worden. Kevin und Nele beteuern hingegen, nur ein wenig angetrunken gewesen zu sein.

Ob bei den beiden tatsächlich Drogen gefunden wurden, weiß Lindemann nicht. Die Polizei spricht von einer "etwas verworrenen Angelegenheit" und "einigen Dingen, die noch in der Schwebe sind". Sie möchte sich aus "ermittlungstechnischen Gründen" noch nicht zu dem Fall äußern.

Mehr zum Thema in nw-news.de

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Kommentare
Ich kann mir gut vorstellen,das die Türsteher(mal wieder) brutal ihre gäste rausgeschmissen haben. Mir kommt das vor,als wenn die langeweile haben und einfach mal personen rausschmeissen....weil ihnen das gesicht der gäste nicht passt,oder sonst was. Ich war auch mal mit paar leuten dort und dann haben die mein kumpel rausgeschmissen....wir wissen nicht mal wieso. Und die wollten sich dazu auch nicht äußern als wir nachgefragt haben! das ist doch nicht normal!! Die Türsteher sind doch alles so "STARK" und so "TOLL" wieso sieht man dann immer öfter.,das die türsteher mit mehreren auf einen prügeln,wenns mal soweit kommt. Ich finde sowas schrecklich. Und sobald die Polize mit ins spiel kommt..Tun die so,als hätten die nie jemd. angepackt!!!!!!! SCHLIMM

Gehe seit Jahren dort feiern und hatte dort nie Probleme im Go Parc. Was man leider oft sieht , sind Gäste die anscheinend nicht wissen wann sie mit dem Alkohol aufhören sollten. Ohne es pauschalisieren zu wollen, sind es oft Männer zwischen 18 und 25 die dann auch eine offensichtliche Aggression an den Tag legen. Was ich nicht ganz verstehe ist wenn mich jemand mit Hausrecht bittet ihm zu folgen warum geht man nicht erstmal mit. Es ist ja nicht gerade so das man sich bei der Lautstärke vernüftig unterhalten kann um etwas zu klären.

Wen interessiert das? Die sollen sich zusammenreißen und arbeiten gehen. Ständig diese Herumlaberei. Wenn man sich als Gast nicht benehmen kann, dann soll man es lassen und muss berechtigt mit Konsequenzen rechnen. Ich find das mehr als peinlich für die angeblich Geschädigten. Ein Hausverbot ist doch hoffentlich ausgesprochen worden?

@Andreas Tegtmeier : In der Tat schon seltsam, dass es immer der GoPark ist, der in der Presse negativ auftaucht. Da stellt sich dann einem die Frage liegt es an den Gästen oder den Bewachern ... Ich denke hier liegt das Problem auf beiden Seiten, unqualifiziertes Personal und dumm-aggressive Gäste, die Vernüftigen gehen in der Masse der Aufälligen unter. Ich selber gehöre eher der "schwarzen" Szene an, das tolle an denen : Man findet Leute aller Gesellschaftsschichten dort und alle samt sind friedlich und vernüftig. Ärger gibt es dort kaum sowohl vor als auch in der Disco ...

Es kann nicht angehen, dass wir hier eine Disco haben, wo Kleiderordnung herrscht. Sprich mit Turnschuhen werde ich des Hofes verwiesen. Ete pe tete. Und andererseits ist es der größte Drogen und Gewalt Pful der Stadt.



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