Kreis Herford. Eigentlich sieht die Plastiktüte, die Polizeisprecher Rainer Koch der Presse präsentiert, recht unspektakulär aus. Doch die Bleikügelchen, die darin zu finden sind, haben eine traurige Geschichte. Sie stammen aus den Körpern von zwei der drei getöteten Kater aus Vlotho-Uffeln.
Das Kreisveterinäramt Herford hatte die Tiere untersucht und Strafanzeige gestellt. Rainer Koch bestätigt: "Einer der Kater ist an seinen Schussverletzungen gestorben, beim anderen waren sie nicht tödlich." Dieses Tier sei erschlagen worden.
Die Hinweise darauf, dass ein Katzenhasser am Werk gewesen sei, hätten sich verdichtet. So sei aus nächster Nähe auf die Tiere geschossen worden. "Da alle drei Tiere Kater waren, könnte sich der Täter von deren unangenehmen Eigenschaften gestört gefühlt haben", sagt Koch und verweist darauf, dass diese oft übelriechenden Urin absondern würden. Seiner Einschätzung nach seien die Kater gezielt eingefangen und dann getötet worden. Nach der näheren Untersuchung der verwendeten Projektile steht fest: Als Tatwaffe kommt ein Luftgewehr oder eine Luftpistole in Betracht. Denn die so genannten Diabolo-Projektile aus Blei finden vor allem im Bereich des Sportschießens Verwendung.
Ihre bisherigen Ermittlungen auf der Suche nach dem Täter sieht die Polizei als erfolgreich an. "Wir verfolgen im Moment eine konkrete Spur", so Rainer Koch.
Sollte den oder dem Verdächtigen die Tat nachgewiesen werden können, werde rein juristisch zunächst wegen Sachbeschädigung ermittelt. "Daneben kommt aber auch ein Verstoß gegen das Tierschutzgesetz und das Waffengesetz in Betracht", erläutert Koch. Die Katzen waren vor zwei Wochen unter einer Metallplatte gefunden worden. Zuvor hatte eine der betroffenen Familien auf der Suche nach ihrem Kater einen Hund auf dessen Fährte geschickt. In einem Waldstück wurden sie fündig. Auch eine Belohnung in Höhe von 1.000 Euro für Hinweise, die zur Ergreifung des Täters führen, hatten die Uffelner ausgesetzt.
Dieser Versuch, die Ermittlungen zu beschleunigen, war allerdings bisher erfolglos. "Auf unseren Aufruf gab es keine konkreten Hinweise", sagt Irmgard Eggersmann, die gemeinsam mit den Familien Bunge und Leberske den Aufruf über Plakate gestartet hatte.
"Wir sind allerdings sehr erfreut, dass sich die Polizei so des Themas angenommen und intensive Nachforschungen betrieben hat", so die Uffelnerin. In der Nachbarschaft gehe noch immer die Angst um. Niemand lasse seine Tiere draußen frei herumlaufen.