Herford. Volles Licht und voller Klang im Großen Ratssaal: "Mein Herford liegt im Werretal", singt der Männerchor Elverdissen-Laar. Das Lied entstand 1989, als die Stadt ihr 1.200-jähriges Bestehen feierte. Auch da zeigte der Chor Flagge. Gestern zeigte er seine Vereinsfahne zum letzten Mal, bevor sie ins Museum kommt.
Das blaue, bestickte Tuch lag zusammen mit Pokalen, Fotos und Protokollbüchern auf dem dem mächtigen Tisch in der Mitte des Saales. "Von sangeslustigen Herren wurde seit Langem der Wunsch gehegt, einen Gesangverein ins Leben zu rufen." Mit diesem gestochen schön geschriebenen Satz beginnt am 13. März 1923 die Geschichte des Männergesangvereins "Eintracht Laar". 24 Männer aus Laar, Holinde und Stedefreund waren die ersten. Der Chor bereicherte das dörfliche Kulturleben mit Konzerten, dem jährlichen Sängerfest und in seiner Anfangszeit auch mit plattdeutschen Stücken. Der heutige Vereinsname zeigt, dass die Singgemeinschaften nur noch durch Zusammenschlüsse musikalisch überleben können. 1971 schloss sich die "Sängerlust" an. 1999 fusionierte der Laarer Verein mit dem 1929 gegründeten Männerchor Elverdissen.
Renovierungsarbeiten im Vereinslokal "Jägerkrug" gaben den Anlass, über die Zukunft der historischen Dokumente nachzudenken. "Die Zeugnisse aus der ehemals selbstständigen Gemeinde Laar sollen für künftige Generationen aufbewahrt werden". So begründet der Vereinsvorsitzende Fritz Honermeier die Stiftung an die Stadt.
Im Schmuck der Fahne wird die überkommene Bildsprache der Chöre aufgegriffen: Im Zentrum prangt eine Lyra, deren Rahmen Schwanenhälsen nachempfunden sind. Dieser Vogel ist das Symbol des schönen Gesangs. Die Gründungsfahne existiert nicht mehr. 1964 wurde eine neue Fahne bestickt. Ein bemaltes Holzschuhpaar steht für die Waldfeste, die von 1949 bis 1982 gefeiert wurden mit einem Konzert befreundeter Chöre und einem Holskenball. Die schönsten Holsken wurden prämiert. Das zuletzt ausgezeichnete Paar geht nun auch in die städtische Sammlung.
Für Bürgermeister Bruno Wollbrink, der die Geschenke entgegen nahm, sind sie auch "Zeugnisse eines langjährigen ehrenamtlichen Engagements in unserer Stadt."