Herford. 65 Seiten, mehr als 45 Grafiken so wie 50 Tabellen und eine Kernbotschaft: Die wirtschaftliche Stimmung im Kreis Herford hellt sich auf, so die Bilanz, die die Volksbank Bad Oeynhausen-Herford eG nach ihrer Unternehmensbefragung zieht. Gestern wurde sie in Herford vorgestellt. Das Stimmungs-Plus lässt sich sogar mathematisch darstellen.
"Der Stimmungsindex - errechnet aus der Bewertung der aktuellen Lage und den Erwartungen für die Zukunft - erreicht aktuell 99,6 Punkte, ein Anstieg um sechs Punkte", erklärt Volksbank-Vorstand Andreas Kämmerling. Die bessere Stimmung sei insbesondere auf eine optimistischere Einschätzung der weiteren geschäftlichen Entwicklung zurückzuführen.
289 Unternehmen hatten an der Umfrage teilgenommen, jedes dritte rechnet in den kommenden Monaten mit einem Aufschwung, jedes siebte mit einer Verschlechterung der Lage.
Branchenübergreifend berichtet jedes dritte befragte Unternehmer von einer Verbesserung seiner Geschäftslage, während 17 Prozent eine Verschlechterung hinnehmen mussten. Nach wie vor bezeichnet aber auch jedes fünfte (20 Prozent ) seine geschäftliche Situation als unbefriedigend. Branchenübergreifend haben sich die Erträge positiv entwickelt.
Zudem liegt die Entwicklung aufgrund gesunkener Kosten - etwa für Energie oder Rohstoffe - über den Erwartungen. Aktuell melden 31 Prozent der Befragten eine verbesserte Ertragslage, während 18 Prozent von einer Verschlechterung berichten.
Die Erwartungen sind breit gestreut: Bei denen des Handwerks gibt es etwa eine branchenbedingte Zweiteilung, erklärte Siegfried Mühlenweg, Sprecher der Handwerkskammer.
"Während die Bau- und Ausbauunternehmen eine positive Entwicklung erwarten, rechnet das Kfz-Gewerbe auf Grund der ausgelaufenen Abwrackprämie mit sinkenden Umsätzen." 16.000 Beschäftigte im Kreis arbeiten in den 2.600 Handwerksunternehmen, die rund 1,8 Milliarden Euro Umsatz erzielten.
Der Einzelhandel erwartet einen stabilen oder allenfalls sehr leicht sinkenden Umsatz. Die Maschinenbauer drückt unabhängig von Umsatzverlusten ein Problem, das sie lösen müssen: Der Fachkräftemangel, den Hans-Dieter Tenhaef, Geschäftsführender Gesellschafter des Vlothoer Industriearmaturenbauers MIT und IHK-Vertreter für den Maschinenbau, skizzierte: Trotz Krise sei es kaum möglich, Fachkräfte einzustellen - es gibt sie nicht.
Insgesamt bleibt die Personalplanung der befragten Firmen für die nächsten Monate verhalten. 12 Prozent der Unternehmen planen eine Aufstockung. Gleichzeitig wollen 14 Prozent Personal abbauen. Die Mehrheit (75 Prozent) geht von stabilen Beschäftigtenzahlen aus
Auch die Investitionen sind bisher verhalten: Die Panungen für das erste Halbjahr geben, so die Volksbank, nur wenig Anlass zur Hoffnung auf eine baldige Investitionsbelebung.