Hiddenhausen. Die nun bundesweit bekannt werdenden Fälle und die Aufarbeitung sexuellen Missbrauchs von Kindern und Jugendlichen in Internaten und Heimen haben dazu geführt, dass auch die Jugendhilfe Schweicheln mit einem neuen Missbrauchsfall konfrontiert wird.
Es ist nicht der erste, den die Einrichtung aufarbeitet. Aktuell geht es ebenfalls um einen Jahrzehnte zurück liegenden Verdachtsfall, der sich auf dem Buchenhof ereignet haben soll . Ralf Mengedoth, Leiter der Einrichtung des Diakonieverbundes, bestätigte gestern Abend auf Anfrage den Fall. "Noch wissen wir aber nur wenige Details."
So hatte sich bereits ein heute 63-Jähriger aus Lippe gemeldet und über sexuellen Missbrauch so wie über unmenschliche Arbeitsbedingungen in den frühen 60er Jahren berichtet. Der Mann, der eine regelrechte Odyssee durch lippische und westfälische Heime hinter sich hat, will das Land NRW verklagen.
Fälle sollen sich nicht wiederholen
Mit der Situation in den Heimen vor fünf und sechs Jahrzehnten geht die Jugendhilfe Schweicheln offen um: "In der Heimerziehung der 1950er und 1960er Jahre haben Kinder und Jugendliche auch bei uns Unrecht erlitten", heißt es auf der Internet-Seite.
Die Schweichelner sind auch Mitglied beim Runden Tisch in Berlin, der die Misshandlung von Heimkindern bundesweit aufarbeiten soll.
Einrichtungsleiter Mengedoth betont, dass alles daran gesetzt werde, dass sich solche Fälle nicht wiederholen. Deshalb erhalten die Kinder und Jugendlichen heute unter anderem einen Katalog, in dem ihre Rechte festgelegt sind. Und die Mitarbeiter haben ihrerseits einen Leitfaden. "Handlungsorientierungen für die Praxis" heißt er.
Die Jugendhilfe Schweicheln gehört auch zu 17 weiteren Einrichtungen, die zusammen mit dem Herforder Jugendamt gegen Missbrauch und Misshandlung von Kindern zusammenarbeiten.