Herford. André Lindemann, Sicherheits-Chef im Go Parc, hat die Nase voll. Gut 60 Online-Kommentare zum NW-Bericht "Zoff im Go Parc" vom 5. März zeigen, dass die Sympathien klar verteilt sind – fast alle Leser ergriffen Partei für das Pärchen, das am frühen Sonntagmorgen von den Türstehern der Großdisco unsanft behandelt worden sein soll. "Dabei war der Artikel objektiv", sagt Lindemann. Jetzt geht er in die Offensive.
"Es kann nicht sein, dass junge Menschen bewusst lügen und damit den Ruf und die Existenz anderer gefährden", sagt Lindemann, der nicht nur im Go Parc, sondern auch noch für andere Auftraggeber arbeitet. Im Fall von Kevin und Nele (Namen geändert) handle es sich eindeutig um eine solche Lüge.
Die Frau hatte sich über eine raue Behandlung seitens der Türsteher beklagt, der Presse zwei Tage später blaue Flecken gezeigt und gegen Lindemann Anzeige wegen Körperverletzung erstattet. Der dreht den Spieß nun um und kontert mit einer Anzeige wegen Nötigung, Hausfriedensbruch und Bedrohung. Die Frau sei hysterisch gewesen, habe ihm eine Sektflasche "über den Kopf ziehen" wollen und sei nur mit Hilfe der Polizei zu beruhigen gewesen.
"Die Meisten haben nichts zu beanstanden"
"Es wurde ein Rechtsanwalt eingeschaltet und ein polizeiliches Ermittlungsverfahren eingeleitet", sagt Lindemann. Die Frau werde in den nächsten Tagen vorgeladen und vernommen. "Zeugenaussagen von Polizeibeamten, Go-Parc-Personal und Gästen werden die Vorwürfe gegen sie bestätigen", sagt Lindemann.In letzter Zeit, so der Security-Mann, werde es "unter jungen Leuten zur Mode", dem Go Parc schon bei kleinsten Konflikten mit der Presse zu drohen. "Wir haben schon überlegt, jedem Besucher die Nummer der
Apropos Beschwerden: Letztere, so der Sicherheits-Chef, werde es in seinem Job immer geben, dessen sei er sich bewusst. "Defensiver als jetzt kann ich meine Leute aber nicht mehr einstellen – die meisten Gäste haben auch nichts zu beanstanden."
Ein Exempel statuieren
Die wenigen Besucher, die mit seinen Mitarbeitern in Konflikt gerieten, so Lindemann, nähmen die Sache aber persönlich. Wenn dann ein entsprechender Artikel in der Zeitung stehe, sprängen alle, die mal Probleme hatten, auf den Zug auf und prügelten verbal auf die "bösen Türsteher" ein.Lindemann will der Sache jetzt einen Riegel vorschieben und am Fall von Kevin und Nele ein Exempel statuieren. "Die Leute müssen sehen, dass sie mit uns nicht alles machen können", sagt er.
Die Polizei möchte sich zu dem laufenden Verfahren nicht äußern, Kevin und Nele bleiben bei ihrer Darstellung. Zum Vorwurf der Bedrohung sagt die 22-Jährige: "Ich wusste nicht mal, dass man im Go Parc Sektflaschen kaufen kann."















