Herford (jwl). Die mutmaßlichen Hintermänner der Herforder "Klaukinder" wurden gefasst. Die Ermittlungen in dem Fall werden "aber noch einige Zeit in Anspruch nehmen", erklärte die Sprecherin der Staatsanwaltschaft Dortmund, vor allem wegen der Menge des Beweismaterials. Die Beamten hatten einen S-Klasse-Mercedes sichergestellt, der voll mit mutmaßlichem Diebesgut war. Die Teile müssen nun einzelnen Taten zugeordnet werden.
Die Ermittler gehen auch dem Verdacht nach, dass Identitäten der mutmaßlichen Bandenmitglieder verschleiert wurden. Für ein weiteres 17-jähriges Mädchen wurde - wie im Herforder Fall - ein Altersgutachten angefordert. Es hatte sich ebenfalls als strafunmündige 13-Jährige ausgegeben. Möglicherweise können die Ermittler bei der Identitätsfeststellung nun auf behördliche Dokumente zurückgreifen: Bei der Aktion von Bundespolizei sowie Dortmunder und Essener Beamten wurden Pässe sichergestellt. Bisher beruhten Angaben zur Identität der Verdächtigen teilweise auf deren eigenen Angaben. In Zusammenhang mit dem Dortmunder Verfahren könnte den Herforder Mädchen nun ein zweites Ermittlungsverfahren drohen. Wegen gewerbsmäßigen Diebstahls und Betrugs wurden sie bereits vor dem Herforder Jugendschöffengericht angeklagt.
Die Stadt will die Abschiebung der Mädchen und ihrer Familie erreichen. Im Mai entscheidet das Verwaltungsgericht über die Ausweisungsverfügung. Die Familie hat Widerspruch eingelegt. "Unsere Bemühungen, die Identität zu klären, waren bisher leider nicht erfolgreich", sagt René Schilling, Sprecher der Stadt Herford. "Wenn sich aus den Ermittlungen im Ruhrgebiet Hinweise zur Klärung der Identität ergeben, werden wir sie in unser Verfahren einfließen lassen." Die Familie wird vom Jugendamt unterstützt.















