Spenge. "Ich habe einen lauten Knall gehört und bin sofort rausgelaufen", sagt ein Mann vom Reiterhof. Als er am Sonntagmittag ein Pferd im Stall versorgen will, stürzt 200 Meter entfernt auf der Koppel ein einmotoriges Kleinflugzeug ab. Die zweisitzige Propeller-Maschine geht sofort in Flammen auf. Für die beiden Insassen aus Spenge, einen 39-Jährigen und einen 56-Jährigen, kommt jede Hilfe zu spät.
Das Unglück ereignete sich gestern gegen 13 Uhr im Ortsteil Lenzinghausen nahe des Fichtenwegs. Zu den Feuerwehrleuten, die zur Absturzstellen eilen, gehört auch Udo Fürstenau. "Ich habe das Flugzeug vorher beobachtet", berichtet er. "Es flog aus Richtung Enger kommend in geringer Höhe über die Häuser." Dann habe der Pilot die Maschine wieder hochgezogen und sei in Richtung Halle weitergeflogen. "Plötzlich machte das Flugzeug eine Rolle und ging runter. Als wenig später Qualm aufstieg war mir klar: Da ist was passiert."
Als die ersten Feuerwehrleute an der Unglücksstelle eintreffen, finden sie die brennenden Trümmer der Maschine vor. In dem Wrack entdecken sie einen der Insassen. Das zweite Opfer finden die Einsatzkräfte erst im Verlauf der Löscharbeiten. "Den Brand hatten wir innerhalb von fünf Minuten gelöscht", berichtet Lenzinghausens Löschzugführer Bernd Kröger.
Maschine für gemütliches Fliegen geeignet
Die Polizei sperrt unterdessen die Wiese des Reiterhofs mit Flatterband ab. Über dem Gelände kreist ein Polizei-Hubschrauber und macht Aufnahmen von der Unglücksstelle. Im Verlauf des Nachmittags treffen Mitarbeiter der Bundesstelle für Flugunfall-Untersuchung aus Braunschweig ein und stellen die Wrackteile sicher. "Die Experten werden versuchen, die Ursache des Absturzes zu klären", sagt ein Polizeisprecher. Die sei bislang noch unklar.
Nach Angaben der Polizei handelt es sich bei der Unglücks-Maschine um ein sogenanntes Ultraleichtflugzeug. "Das ist eigentlich ein sehr sicheres Flugzeug. Die Unfallstatistik belegt das", sagt Christian Rothschild. Der Engeraner Architekt ist selber begeisterter Flieger und hat auch schon öfter ein Ultraleichtflugzeug gesteuert. Beliebt sei dieser Flugzeug-Typ, weil die Maschine leicht zu handhaben und fürs gemütliche Fliegen geeignet sei. Die Reisegeschwindigkeit betrage rund 140 km/h, die Höchstgeschwindigkeit liege bei 200 Stundenkilometern. Eine solche Maschine aus Flugzeug-Aluminium habe eine Spannweite von rund 8 Metern und koste etwa 80.000 Euro.
Gestartet war die Maschine nach Angaben der Polizei um 12.30 Uhr auf dem Flugplatz Oerlinghausen. "Die beiden wollten einen Rundflug machen und in Oerlinghausen wieder landen", sagt ein Polizeisprecher. Über ihrer Heimatstadt stürzten sie ab.