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31.05.2010
TEL AVIV/HERFORD
Herforder Abgeordnete Höger in Deutschland zurück
Tote nach Militäreinsatz gegen Hilfskonvoi

An Bord der "Solidaritätsflotte" | FOTO: DPA

Tel Aviv/Berlin (dpa) - Einen Tag nach dem gewaltsamen Sturm eines internationalen Gaza-Hilfskonvois im Mittelmeer sind fünf der elf Deutschen in die Heimat zurückgekehrt. Dazu gehörten unter anderem die beiden Bundestagsabgeordneten Annette Groth und Inge Höger (Die Linke), teilte ein Fraktionssprecher am Dienstag in Berlin mit. Nach neuesten Angaben des Auswärtigen Amtes befanden sich insgesamt elf deutsche Staatsbürger an Bord der sechs Schiffe der "Gaza-Solidaritätsflotte". Das Schicksal der restlichen sechs Bundesbürger war zunächst noch unklar.

Israel hatte bis zum Dienstagmorgen 610 Aktivisten der mehr als 700 pro-palästinensischen Aktivisten im Ela-Gefängnis inhaftiert. Wie ein Sprecher der Gefängnisverwaltung weiter mitteilte, befindet sich die Haftanstalt in Beerscheva in der Negev-Wüste. Das Gefängnis für Kriminelle sei neu gebaut und erst vor zehn Tagen in Betrieb genommen worden. Die Gefangenen teilten sich Zwei- oder Vier-Mann-Zellen. Weil sie zumeist ohne persönliche Gegenstände angekommen seien, habe man sie mit Unterwäsche, Toilettenartikeln sowie mit Flip-Flops versorgt, sagte der Sprecher.
Rund 50 internationale Aktivisten sind nach Angaben von Außenamtssprecher Jigal Palmor in ihre Heimatländer zurückgekehrt. Diese hatten zuvor ihrer freiwilligen Abschiebung zustimmen müssen.

Die Aktivisten waren an Bord der sechs Schiffe, die am frühen Montagmorgen in einer Kommandoaktion der israelischen Marine gestürmt worden waren. Elitesoldaten töteten dabei nach Armeeangaben neun Aktivisten. Weitere 50 Personen sowie sieben Soldaten wurden demnach verletzt. Nach internationalen Medienberichten soll es sogar bis zu 16 Tote an Bord des türkischen Passagierschiffes "Mavi Marmar" gegeben haben.

Video

Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu sprach von einer Notwehr der Soldaten. Die Armee veröffentlichte am Montagabend Ausschnitte von Live-Aufnahmen. Darin ist unter anderem zu sehen, wie Grüppchen von Aktivisten mit Schlagstöcken auf Soldaten einprügeln.

In einer anderen Szene wird ein Soldat kopfüber vom Oberdeck auf das darunter liegende Deck geworfen. In einer dritten Szene ist ein Soldat mit einer tiefen Stichwunde in der Brust zu sehen.
Die Aufnahmen zeigen jedoch nicht den genauen Ablauf, wie die Gewalt ausgebrochen ist. Es ist auch nicht zu sehen, unter welchen Umständen die neun Aktivisten ums Leben gekommen sind, ob sie sich beispielsweise an den Angriffen auf Soldaten beteiligt hatten oder unbeteiligte Zivilisten waren. Israel hat bislang allein seine Sicht auf die Dinge dargestellt. Die internationalen Aktivisten hatten keine Möglichkeit, sich öffentlich zu äußern oder ihre Aufnahmen zu zeigen.

Nach israelischen Rundfunkangaben sind noch 45 internationale Aktivisten in ärztlicher Behandlung. Sie befänden sich in verschiedenen Krankenhäusern in Israel. Die meisten von ihnen seien Türken, Passagiere der angegriffenen "Mavi Marmara".
Die israelische Militäraktion hat eine Welle weltweiter Kritik ausgelöst. Die Sprecherin der Organisation Free Gaza, Audrey Bomse, warf der israelischen Regierung Piraterie vor, weil die Schiffe in internationalen Gewässern aufgebracht wurden. Die Soldaten hätten zudem Panik und Verwirrung ausgelöst, weil sie in der Dunkelheit angegriffen hätten, sagte Bomse am Dienstag in Larnaka. "Dies war als friedlicher Widerstand geplant", sagte sie. "Sie hätten es tagsüber tun sollen. Wenn man mitten in der Nacht aus Hubschraubern abspringt, fordert man Chaos heraus." Der NATO-Rat wird sich noch heute (Dienstag) bei einer Sondersitzung mit der israelischen Militäraktion gegen die "Solidaritätsflotte" für Gaza befassen.



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Kommentare
Bei Dir noch Fragen? Gott sei Dank nicht, fühle mich bestätigt. Es bleibt dabei: Sehr schlecht gewählter Vergleich und noch schlechtere Rechtfertigung im letzten Kommentar.

@ Garuda Wo bitte habe ich die ebenso menschenverachtende Vorgehensweise mancher Palästinenser befürwortet? Das Leid betrifft die Palästinenser leider auch in der Gegenwart,oder etwa nicht? Alle "züchten" ihre Kinder zu Selbstmordattentätern? Stimmt: nicht gäähn sondern eher würg heißt das Motto !Zum Thema Fußballrandale: der Vergleich bezog sich auf den Vorfall auf dem Schiff und die Verhätnismäßigkeit in diesem Fall! Noch Fragen?

Also irgendwie scheint es mehrere Wahrheiten zu geben. Die von Frau Höger, die Sicht der Israelis, die Sicht der "Friedensaktivisten" und das was an Bildern bei Press.tv, dem Türkischen Staatsfernsehen und aljazeera (im original) übertragen wurde.Netterweise stellte die türkische Abteilung der "Friedensaktivisten" auch gleich noch ein paar Filme auf ihre Website.
Dort sah man vor auslaufen der Flotte Motivationsgesänge die alles andere als Friedlich waren. Besatzungsmitglieder mit Orientalischen Dolchen und Drohansprachen sowie blumigen Ankündigungen.Dort sah man wie die "Friedensaktivisten" mit Gasmasken und Rettungswesten auf Soldaten einschlugen und in mindestens einem Fall einem Soldaten in den Rücken stachen. Folglich brauche ich zur Meinungsbildung weder Israelische oder sonstige westliche Quellen. Wenn Frau Höger also bei ihren Erzählungen bleibt, die nach arabischen, türkischen und iranischen Quellen sich anders darstellt ist es wohl ihre Wahrheit ob die nun so Richtig ist lasse ich mal beiseite.
Zum Seerecht: Hier gibt es unterschiedliche Aussagen und Meinungen .

@Augenreiber: Ich frage mich, welches Seerecht Sie meinen? Wenn sich die Schiffe in internationalen Gewässern befanden, dann war es definitiv ein Überfall und ein Akt der Piraterie gegen den sich zu wehren die Besatzung sogar ausdrücklich das Recht hat! Keine Nation darf ein ziviles Schiff im int. Gewässer mit derartiger Gewalt aufbringen, wenn es sich nicht um Kriegsparteien handelt. Und Israel und Türkei sind meines Wissens nicht im Krieg. Das sieht übrigen u.A. auch Craig Murray so, ehemaliger GB Botschafter und UN-Vermittler in Seerechtsfragen. Googlen Sie mal nach dem Namen und lesen Sie in seinem Blog zu diesem Vorfall. Außerdem frage ich mich gerade, wie Sie wohl reagieren würden, wenn beispielsweise Iran oder Nordkorea weit vor seinen Gewässern ein ziviles Schiff einer Hilfsorganisation mit Hilfsgütern derartig überfallen und zig Passagiere erschiessen würde und sich anschließen auf 'Notwehr' beruft?

Und ich erwarte einfach vom palestinänsischen Volk, gerade wegen ihrer leidvollen Vergangenheit, einen humaneren Umgang mit anderen Menschen und nicht Kindern und Jugendlichen das Leben zu nehmen, in dem man sie zu Selbstmordattentätern heranzüchtet. Das man das Drama da unten jetzt mit Fußballrandale vergleicht, das ist wirklich gääähn.



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