Gesucht und gefunden: NW-Bericht bringt Rebekka Schneidereit und die Fleischerei Neumärker zusammen
Hiddenhausen. Richard Neumärker hatte schon fast nicht mehr damit gerechnet. Zu viele Enttäuschungen hatte der Hiddenhauser Fleischermeister auf seiner Suche nach einer Auszubildenden schon erlebt. Auch Rebekka Schneidereit glaubte kaum noch an eine Lehrstelle in diesem Jahr. Ein NW-Bericht vom 7./8. August brachte nun beide Seiten zusammen.
"Die bisherigen Kandidatinnen entsprachen entweder nicht unseren Vorstellungen oder sie sind nach einem Schnupperpraktikum einfach nicht wiedergekommen", erklärte Neumärker zu Monatsbeginn in der NW, warum seine Suche nach einer künftigen Fleischereifachverkäuferin bis zu jenem Zeitpunkt erfolglos war. "So schwer wie in diesem Jahr war es noch nie", sagt der passionierte Fleischesser und - verarbeiter.
Rebekka Schneidereits Mutter las den Zeitungsbericht und legte ihn ihrer Tochter vor. "Ich habe dann sofort eine Bewerbung geschrieben und direkt hier in der Fleischerei abgegeben", so die Bünderin, die nach ihrer schulischen Ausbildung zur Kinderpflegerin keinen Job bekommen hatte und auch danach noch einige Absagen verkraften musste.
Auch jetzt noch Stellen frei
Die Agentur für Arbeit bietet jungen Menschen, die auf der Suche nach einem Ausbildungsplatz sind, auch jetzt noch offene Stellen an. Sie können in der Jobbörse unter www.arbeitsagentur.de abgerufen werden. Arbeitgeber, die in diesem Zusammenhang die Unterstützung des Arbeitgeberservice in Anspruch nehmen möchten, bekommen bei der Service-Hotline unter Tel. (01801) 66 44 66 einen persönlichen Ansprechpartner ans Telefon.
Bei Neumärkers hingegen war man von den tadellos zusammengestellten Bewerbungsunterlagen ebenso angetan, wie vom freundlichen Wesen der Bewerberin. "Die Entscheidung konnten wir darum eigentlich ganz schnell fällen", sagt Richard Neumärker.
Gestern hatte die neue Auszubildende ihren ersten Tag. Neumärker bescheinigt ihr bereits ein gutes Händchen. "Ich habe schon Fleischspieße gemacht, Paprika geschnitten, Ware gewogen und verpackt", erzählt die junge Frau nach gerade mal dreieinhalb Stunden Arbeitszeit in ihrem neuen Job. Was sie dort in den kommenden zweieinhalb bis drei Jahren erwartet, weiß Schneidereit selbst noch nicht so recht. Sie ist "froh, überhaupt eine Ausbildungsstelle gefunden zu haben". Die ist für sie mindestens so wertvoll wie ein kleines Steak.
Ihr Chef ist bemüht, seiner "Neuen" die Sache noch ein bisschen schmackhafter zu machen. "Das ist wirklich ein toller Beruf", sagt Meister Neumärker, "man steht nicht am Band herum, man lernt unglaublich viele verschiedene Dinge – und qualifizierte Fachkräfte werden gerade im Lebensmittelhandwerk immer gesucht. Da man hier auch Kochen lernt, kann man später sogar in der Gastronomie unterkommen", sagt Neumärker.