In der Gesamtschule Friedenstal entsteht das Musical "Gospelkids - I have a Dream"
Herford. "Alle Kinder der Welt wollen Frieden, nie mehr Opfer sein im Spiel der Nacht", heißt es im Lied "Licht in dunkler Nacht". Damit werden Leonie, Kim und Michelle am Samstag als Solisten auf der Bühne des Theaters stehen. Bei der Probe verheddern sie sich noch in den Strophen. "Macht nichts", sagt Diakon Jürgen Elmers, "es sind ja noch ein paar Tage bis zur Premiere des Kindermusicals "Gospelkids".
160 Kinder im Alter von 8 bis 13 Jahren werden dann auf der Bühne stehen. Zum 16. Mal organisiert die Evangelische Jugend Herford-Innenstadt das Projekt, bei dem die Kinder innerhalb einer Woche ein Musical erarbeiten. Betreut werden sie von fast 70 ehrenamtlichen Helfern.
Die Vormittage in der Gesamtschule beginnen mit dem Proben der Chorteile der Lieder, dann geht es in eine der fünf Arbeitgemeinschaften. Elmers und Esther Rudolph, die in diesem Jahr Burkhard Leich als Chorleiterin vertritt, proben mit den Solisten. Die Theater-AG probt Spielszenen, die in diesem Jahr nicht aus der Bibel, sondern aus der Schulwirklichkeit entliehen sind.
Zwei Aufführungen
Die "Gospel-Kids" sind am Samstag, 23. Oktober, 17 Uhr und am Sonntag, 24. Oktober, 11.30 Uhr im Stadttheater zu erleben. Eintrittskarten gibt es noch bis Donnerstagabend im Theaterbüro Bäckerstraße / Ecke Alter Markt, Tel. (0 52 21) 5 00 07, danach nur noch an der Theaterkasse unmittelbar vor den Vorstellungen. Die Aufführungen dauern jeweils rund 90 Minuten. (rab)
In der Tanz-AG werden die Shownummern einstudiert, die dem Stück Schwung verleihen werden. In den AGen Kulisse und Requisite wird gehämmert, genagelt, gemalt und genäht, so dass sich auch Kinder einbringen können, die nicht so gern im Rampenlicht stehen. Doch zumindest im Chor singen alle mit, denn "Singen verbindet", so Diakon Elmers.
Die Stücke des Musicals stammen wieder von Helmut Jost, die Geschichte wurde von Daniela und Peter Menke von der Evangelischen Jugend Innenstadt geschrieben. Die Vorlage ist schon zehn Jahre alt und erzählt vom dunkelhäutigen John, der in eine dritte Klasse kommt und zunächst wegen seiner Hautfarbe ausgegrenzt wird.
Die Geschichte erzählt von Rassenschranken, dem Kampf dagegen und wirbt dafür alle Menschen als gleichwertig zu akzeptieren. Musikalisch stehen bekannte Gospel-Klassiker und die berühmte Rede Martin Luther Kings " I have a Dream" im Mittelpunkt. 1963 hatte der Bürgerrechtler vor 250.000 Menschen Freiheit und Gleichheit für die afroamerikanische Bevölkerung der USA gefordert. Teile der Rede werden in den Songs als Einspieler zu hören ein.
Musikalisch bleibt es nicht bei Gospel, auch Pop und Rap haben ihren Platz. Im Juni hatten sich die Organisatoren für das Stück entschieden. "Dass das Thema Integration in der Zwischenzeit so eine Brisanz entwickeln würde, ahnten wir da nicht", sagt Elmers. Unterhaltung und Spannung scheinen also garantiert.