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11.11.2010
HERFORD
Harsche Reaktionen auf Massenfreispruch von Temposündern
Kritik am Richter aus Herford
VON JOBST LÜDEKING UND HUBERTUS GÄRTNER

Gestern im Fernsehen | FOTO: KIEL

Herford. Mittwochmorgen hatte er noch Sitzung. Dann fuhr er am Abend zu Stern TV nach Köln, wo er Günther Jauch Rede und Antwort stand: Amtsrichter Helmut Knöner, der wegen seines Massenfreispruchs für Temposünder deutschlandweit bekannt wurde und ein europaweites Medienecho ausgelöst hat.

Bernd Kahre, Direktor des Herforder Amtsgerichts, erwartet nun eine erhöhte Zahl von Einsprüchen bei Bußgeldverfahren: "Die könnte neben Herford andere Gerichte treffen. Das kann man den Leuten und den Rechtsanwälten ja nicht verdenken."

Die 42 Verfahren, die bisher von dem Verkehrsrichter beendet wurden, wurden gestern Morgen noch um ein weiteres erhöht.

Kontrolle bitte nicht übertreiben

Das Bußgeldverfahren gegen den bekannten Herforder Schausteller Horst Laffontien wurde von Knöner eingestellt. "Ich war von der Engerstraße in die Herringhauser abgebogen, vor mit war ein Lkw. Deshalb habe ich das Tempo-30-Schild direkt hinter der Kreuzung nicht sehen können", so Horst Laffontien, der mit 52 Stundenkilometern erfasst wurde und bis zum Blitz glaubte, "vorschriftsmäßig zu fahren, weil ich dachte, Tempo 50 sei erlaubt". Er findet das, "was Helmut Knöner macht", positiv. "Kontrolle ist gut, sie darf aber nicht übertrieben werden", ist Laffontien überzeugt.

Ob die Entscheidungen des Verkehrsrichters, der in der Wiener Kronenzeitung und dem niederländischen De Telegraaf zitiert wurde, Bestand haben werden, ist aber unklar. Die Staatsanwaltschaft Bielefeld will den Massenfreispruch prüfen und eventuell Rechtsbeschwerde einlegen. Die von Knöner kassierten Knöllchen würden damit Thema beim Oberlandesgericht Hamm. Dort muss ein Senat über die Einstellungen entscheiden - schlimmstenfalls werden die Verfahren nach Herford zurückverwiesen, wo sie nochmals verhandelt werden müssen.

Die Behörden, die für die Verkehrsüberwachung zuständig sind, wehren sich gegen den Vorwurf der Geldschneiderei: Die Herforder Polizei verweist darauf, dass die Beamten seit Jahren nur an Stellen stehen, die als gefährlich und unfallträchtig gelten. Bei der Stadt Herford waren 2008 Fragen zu den Blitzer-Standorten aufgekommen: Das Ordnungsamt blitzt im Bereich der Bismarck- und Vlothoer Straße auf gerader Strecke. Die Unfallschwerpunkte liegen aber an der Kreuzung der Mindener Straße und am Kreisverkehr. Man brauche eine gerade Strecke für die Messungen, so die die Stadt damals. "Wir führen die Messungen nur durch, wo vermehrt Unfälle auftreten und erhalten die Standpunkte von der Polizei", wehrt Stadtsprecher René Schilling die Vorwürfe ab. "Im Schnitt der beiden letzten Jahre wurden durch Blitzer um die 210.000 Euro an Einnahmen erzielt. Gleichzeitig haben wir 3,5 Arbeitsplätze. Wir schreiben eine schwarze Null."

Straßenverkehrsamtsleiter verteidigt sich

Heinz Löwenberg, Leiter des Straßenverkehrsamts des Kreises, wartet auf die schriftliche Begründung für die Einstellungen. Rund 2.000 Einsprüche gegen Bußgelder erreichen sein Amt jährlich. "Die letzten beiden Starenkästen, die aufgestellt wurden, stehen an Stellen, an denen es schwere Unfälle gegeben hat", sagt Löwenberg.

Mehr zum Thema in nw-news.de

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Kommentare
Abzocke beginnt dort, wo nachweislich an Messstellen kein Unfallschwerpunkt belegt werden kann oder die Begrenzung so niedrig festgelegt wird, dass kein Mensch dies einsieht (Bielefelder Berg 100 kmh). Weiter sind Messungen unmittelbar hinter Ortseingangsschildern oder geraden innerstädtische Straßen mit Rad/Fußweg (Bünder Straße, Füllenbruchstraße) in Herford beispielhaft zu nennen. Ich freue mich, mit einem Amtsrichter in unserer Stadt zu leben, der sich für Klarheit und gerechte Beurteilung dieser Sachverhalte einsetzt - DANKE Herr Knöner.

Sehr geehrte Damen und Herren,
ich bin im Aussendienst in Baden Württemberg 60000km im Jahr was hier zur Zeit Geblitzt und Gemessen wird ist nicht mehr als normal zu bezeichen.Es geht in vielen Fällen nur uns Geld.
Bin 30 Jahr Unfallfrei, aber durch die Fallensteller
welche es in den letzten 3 Jahren zu Überfluss gibt, mit keinen Überschreitungen zum Täter gemacht worden.Ich wäre nicht 30 Jahre Unfallfrei wenn ich RASER wäre,aber die Fallensteller machen die Berufsfahrer fertig
Mit freundlichen Grüßen
Wolfgang Förch

Sehr geehrte Damen und Herren,
ich seit 30 Jahren im Jahr 60000km die Blitzer und Messungen sind zur Zeit nicht mahr normal,
das Maß ist mehr wie voll.
Gerne bin ich breit noch mehr Info zu geben.
Ich finde es höchste Zeit gegen diesen Wahnsinn etwas zu unternehmen Alle achtung vor Richter Knöner.
MIt freundlichen Grüßen
Wolfgang Förch

Herr Michael Hock: Über Ihren Beitrag zur Aufhebung des Art. 23 GG und zur Geltung des OWiG nur noch für Schiffe und für Flugzeuge mit BRD-Beflaggung habe ich mich sehr amüsiert. Diese Rechtsmeinung könnte glatt von Richter Knöner stammen. Oder sind Sie gar (geben Sie es zu!) Knöner himself? Egal, der Morgen fängt gut an. Ich hab selten so gelacht - eine wirklich sehr trollige, aber leider bodenlos falsche Rechtsauffassung. Ein echter Knöner halt.. ;-) PS: Gilt das OWiG Ihrer Meinung nach denn auch für Ufos? Ich versuch mal ne Antwort auf Ihrem Niveau: Mit Sicherheit nicht, denn dem Ufo fehlt ja die Deutschlandfahne. So nun aber schnell die Raserbrille aufgesetzt, ab in den Kreis Herford und dann das Gaspedal mal so richtig schon tief runterdrücken, bis die Tachonadel bricht...

Zum Glück wird dieser Richter keinen Erfolg haben. Es müßte noch viel mehr geblitzt werden und die Bußgelder höher sein.
Wer geblitzt wird, ist doch selber schuld. Wenn man regelkonform fährt, interessiert einen doch die Blitzerei nicht.
Ich fahre selbst (bin Fahrlehrer) regelkonform und lache mich über die Raser, welche ohnhin letztendlich nicht schneller sind, kaputt.
Also Leute, Schilder lesen und beachten, dann gehts auch ohne geblitzt zu werden! Intelligent fahren!
Gruß



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