Behinderten- und Seniorenbeirat verteilen Fragebögen an Gastronomen und Einzelhändler
Herford (hazl). "Leben in Herford ohne Barrieren - für alle". Unter diesem Motto werden Mitglieder des Behinderten- und des Seniorenbeirates in den kommenden Wochen etwa 40 Herforder Einzelhändler und Gastronomen rund um den Alten Markt befragen.
"Wir wollen auf die Bedürfnisse von älteren Menschen und Menschen mit Behinderungen aufmerksam machen und gemeinsam mit den Unternehmen die Situation verbessern", erklären Ute Eilert, Mitglied des Seniorenbeirates, und Joachim Paul, Mitglied des Behindertenbeirates.
Der Herforder Einzelhandel und die Gastronomie begrüßen das Vorhaben. Die Herausforderung, möglichst viel barrierefrei zu gestalten, wird ernst genommen - das ergaben die Vorgespräche. "Es lohnt sich, in den Service für alle Kunden zu investieren. Vor allem auch Familien mit Kindern wissen dies zu schätzen, denn seniorenfreundlich und behindertenfreundlich ist auch familienfreundlich", weiß Hannelore Tschirner vom Seniorenbeirat.
Für die Befragung haben acht Mitglieder der beiden Beiräte detaillierte Fragebögen entwickelt. Diese unterscheiden zwischen den unterschiedlichen Anforderungen in Supermärkten, Kaufhäusern, Einzelhandelsgeschäften und Gastronomiebetrieben. Untersucht wird etwa, ob die Bewegungsflächen vor den Türen groß genug sind, ob es Sitzgelegenheiten zum Ausruhen gibt oder Garderobenhaken in niedriger Höhe vorhanden sind.
Von Bedeutung ist aber auch, ob das Personal freundlich und hilfsbereit ist oder ob ein Transport des Einkaufs nach Hause möglich ist. Oft sind es Kleinigkeiten, die für manche Menschen zu unüberwindbaren Hindernissen führen. Häufig können sie durch kleine Veränderungen entschärft werden. "Haltegriffe an den Toiletten oder der Wegfall von Stolperkanten können schon eine große Erleichterung sein", sagt Bertold Hönerhoff.
"Wir werden jedenfalls keine übertriebenen Forderungen stellen - es soll uns ja niemand die Tür vor der Nase zuschlagen." Die Befragung soll vielmehr eine Chance für alle sein, "da mit geringem Aufwand viel erreicht werden kann", weiß die Rollstuhlnutzerin Brigitte Dreyer.
Bei der Umsetzung der Barrierefreiheit unterstützt die Stadt die Unternehmen. Eine Beratung durch die Behindertenbeauftragte der Stadt, Martina Nickles, ist jederzeit möglich.