Kreis Herford (toha). Für mehr sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze und gegen die Ausbeutung der Arbeitslosen in Ein-Euro-Jobs demonstrierte gestern eine Handvoll Aktive des Aktionsbündnisses aus Hartz-IV-Betroffenen und vom Verein der Aktiven Erwerbslosen.
Die Aktivisten nutzten den Fachtag der Trägergesellschaften im Kreishaus zur regionalen Arbeitsmarkt- und Beschäftigungspolitik für ihren Protest. "Träger wie Maßarbeit, Diakonisches Werk, Recyclingbörse oder Arbeiterwohlfahrt bereichern sich an uns und geben sich den Anschein von Wohlfahrt", sagt Karin Gehrke, Vorsitzende des Vereins Aktive Erwerbslose. "Unsere Forderungen sind klar: Wir wollen Mindestlöhne und keine Vollzeitbeschäftigung für 900 Euro. Davon kann niemand leben", sagt Hans Köhler vom Verein Hartz-IV-Betroffener.
Im Gegenteil würden Ein-Euro-Jobs für weiteren Lohndruck auf dem Arbeitsmarkt sorgen. Deshalb sei es wichtig, auf die Armutsindustrie einzuwirken, damit sie vor allem auch Langzeitarbeitslose wieder in den ersten Arbeitsmarkt brächten und sie nicht zu Billiglöhnen einsetzten.
"Wir befürchten, dass es noch schlimmer für uns kommen wird. Durch die geplante Bürgerarbeit würde sich unsere finanzielle Situation noch einmal drastisch verschlechtern", sagt Köhler.
Jutta Henke vom Sozialberatungsdienst zeigte Verständnis für den Protest: "Sicher ist die Frage richtig, ob sich Träger auf Kosten der Betroffenen bereichern.
Doch unser Interesse ist deshalb nicht falsch." Frank Riedel von Maßarbeit sagt: "Klar ist es das legitime Recht zu protestieren. Aber unsere Arbeit ist kein monetäres Nutznießertum, unser Geschäft ist nicht auf Profit ausgerichtet."











