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17.08.2011
HERFORD
Museum MARTa ist besser als sein Ruf
Umfrage-Ergebnisse ausgewertet
VON MEIKO HASELHORST

Stoisch | FOTO: RALF BITTNER

Herford. Jetzt steht es Schwarz auf Weiß: Die Herforder halten von ihrem berühmten Museum mehr, als sie selbst glauben. Dr. Martin Ludwig Hofmann und Katharina König befragten für ihr Buch "Der Gehry-Effekt" 517 Passanten in der Herforder Innenstadt zum MARTa. Demnach sehen 56 Prozent der Menschen das Museum positiv, nur 14 Prozent bestätigen das Klischee vom provinziellen Kunstbanausen.


Die Befragten

Von den Befragten kamen 56 Prozent direkt aus Herford, weitere 29 Prozent aus der näheren Umgebung. Von den befragten Menschen, die direkt aus Herford stammen, bewerten 55 Prozent das MARTa mit "gut" beziehungsweise mit "sehr gut", nur 18 Prozent sehen das Museum kritisch.


Die Museumsgänger

90 Prozent der Befragten war der Name des Museums bekannt, die Frage nach der Bedeutung des Namens MARTa konnten jedoch nur 13 Prozent richtig beantworten, "was trotz aller gebotenen interpretatorischen Zurückhaltung als Indiz für eine nicht allzu ausgeprägte inhaltliche Auseinandersezung mit dem Museum gedeutet werden kann", so heißt es in der Studie. Diese Deutung werde durch den Umstand gestützt, dass mit 44 Prozent eine erstaunlich hohe Zahl der Befragten das MARTa noch nie besucht hat - und nur elf Prozent waren bislang häufiger als fünfmal zu Gast.


Der allgemeine Eindruck

Dem gegenüber steht laut Studie die Frage nach der grundsätzlichen Beurteilung des Museums MARTa. Sie fällt bei mehr als der Hälfte der Befragten positiv aus: 45 Prozent beantworten diese Frage mit "gut", elf Prozent sogar mit "sehr gut". Die absolute Mehrheit äußert sich also in einem guten Sinne über das vordergründig so umstrittene Haus. Dieser positive Eindruck wird noch dadurch verstärkt, dass nur 14 Prozent ein dezidiert negatives Urteil abgeben. Fast ein Drittel (31 Prozent) bewertet das Haus neutral ("geht so"). Insofern stehen 56 Prozent aus Befürwortern einer relativ kleinen Gruppe aus 14 Prozent "Gegnern" gegenüber.

Die Architektur

Hofmann und König gehen ins Detail: Wie sieht’s mit dem Gebäude an sich aus? Die Antworten sprechen auch hier eine deutliche Sprache: Nahezu jeder Vierte (24 Prozent) gibt der wilden Architektur die Bestnote "sehr gut", weitere 40 Prozent bezeichnen sie ohne Einschränkung als "gut". Demgegenüber stehen nur 15 Prozent, die den dekonstruktivistischen Bau auf der fünfstufigen Skala mit "schlecht" oder "sehr schlecht" bewerten. Von den "echten" Herfordern beurteilen sogar 62 Prozent die Architektur positiv, lediglich etwa 15 Prozent üben Kritik.

Von allen Befragten, die die Architektur des Gebäudes positiv bewerten, gibt fast ein Viertel an (23 Prozent), dass es vor allem das "Außergewöhnliche" sei, das sie in besonderem Maße anspreche. 18 Prozent gefällt besonders die Formensprache mit ihren Rundungen und ihrem Verzicht auf rechte Winkel.

Von den in der Herforder Fußgängerzone Befrgaten, die die Architektur des Gebäudes negativ bewerten, bemängeln 22 Prozent die Auffälligkeit und das Außergewöhnliche des MARTa, das sie als "zu groß" empfinden.


Die Kosten

Auf die finanzielle Seite der Debatte angesprochen, zeigen sich die Befragten zunächst sehr kritisch. Die absolute Mehrheit (53 Prozent) hält die Baukosten in ihrer endgültigen Höhe für nicht gerechtfertigt und für eindeutig zu hoch.


Die Reputation

Ein Stück weit wird dieses negative Votum bezüglich der Kosten relativiert, denn die absolute Mehrheit aller Befragten (51 Prozent) ist der Meinung, dass sich das MARTa positiv auf die Stadt auswirkt. Jeder zehnte glaubt sogar, dass es sich dabei um "sehr gute" Auswirkungen handelt. Nur knapp 10 Prozent schätzen die Auwirkungen des Museums auf Herford als "schlecht" oder "sehr schlecht" ein. Von den befragten Menschen, die direkt aus Herford stammen, sind es immerhin 46 Prozent, die von einer positiven Auswirkung MARTas auf ihre Stadt ausgehen, nur 12 Prozent sind vom Gegenteil überzeugt.


Das Fazit

In diesem Sinne , so schließt die Studie, bleibt festzuhalten, dass trotz einer deutlich formulierten Kritik an den als ungerechtfertigt empfundenen Baukosten das Bild des MARTa in der Herforder Bevölkerung bei weitem nicht so negativ ausfällt, wie es von seinen Kritikern häufig dargestellt wird.


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Kommentare
Also ich kenne KEINEN aber wirklich KEINEN egal ob alt ob jung ob arm ob reich ob herforder oder aus der umgebung der auch nur ein gutes haar an marta lässt. ich weis nicht mit wem ihr eure umfragen macht??? :-O
egal ob marta, pylonen, zermanschte autos oder ein stk berliner mauer - das interessiert keine sau SOLANGE das absolute gro der leute nicht weis, wie sie jeden monat über die runden kommen soll! was soll immer diese berichterstattung für pro-marta??? ich versthee es nicht. fließen da gelder? habt ihr verträge? ist ja anders kaum mehr zu erklären. gebt uns arbeit gebt uns geld gebt uns freien zugriff zum gesundheitssystem gebt uns den kleinen einzelhandel und gebt uns unsere öffentlichen einrichtungen wieder - jagt die pd´s und geldgeier aus der stadt und sorgt für gerechtigkeit- DANN erst kommt marta!

Zur Erinnerung sei darauf hingewiesen, dass im Eröffnungsjahr 2005 125 Tsd. Besucher im MARTa waren. Für 2010 wurden von der Geschäftsführung 65 Tsd. Besucher prognostiziert. Gekommen sind aber nur 55 Tsd. von denen wiederum nur 32 Tsd. Besucher Eintritt bezahlt haben. Viel zu wenig für einen 31 Mio.-Bau, dem jetzt noch ein Mio.-Depot hinzugefügt wird, das die Betriebskosten erneut steigen lässt. Nach Berechnung eines bekannten Lokalpolitikers an anderer Stelle wird jeder der 32 Tsd. Besuche mit etwa 100 Euro subventioniert. Da sind 3 Euro für den Freibadbesuch in Elverdissen eher Portogeld. Von deutlicher Zustimmung dürfte das Museum, entgegen der neusten Meldung, nach 6 Jahren noch weit entfernt sein. Warum wird hier nicht gründlich nachgefragt? Der geleisteten Eid, zum Wohle der Stadt tätig zu werden, verlangt förmlich danach.

Natürlich ist das Bauwerk an der Goebenstrasse "sehenswert". Das dieses einen Professor für Baudesign fasziniert, ist nachvollziehbar. Wie wären wohl die Antworten ausgefallen, wenn man gefragt hätte:"Finden Sie es richtig, das eine Stadt, die im sozialen Bereich Mühe hat, die bisherigen Angebote wegen der angespannten Finanzsituation aufrecht zu erhalten, jeden zahlenden MARTa-Besucher mit mehr als 100 Euro subventioniert?" Hoffentlich wird diese Frage niemals zu Abstimmung gestellt.

Mit einem erneut fragwürdigen Umfrageergebnis macht die MARTa-Pressestelle auf seine angestrebte Bedeutung aufmerksam. Noch nicht vergessen ist die dreiste und unbelegbare Behauptung der gleichen Stelle, jeder Besucher würde mehr als 90 Eoro anlässlich seines Besuches in der Innenstadt ausgeben. Vorsicht ist deshalb auch bei der recht dürftigen Befragung geboten! Dem gegenüber stehen die kürzlich veröffentlichten Besucherzahlen, die von 85 auf 32 Tsd. geschrumpft sind und somit die sehr hohen Betriebskosten weiter in die Höhe treiben. Es wird noch immer nicht wahrgenommen, dass die eigentliche Kritik gegen die konzeptionelle Ausrichtung gerichtet ist. Von der angekündigten Kooperation mit dem Kunstverein ist bisher nichts zu spüren. Das Signal, das vom Bürgerentscheid gesendet wurde, ist nicht verstanden worden, obwohl diese Zahlen doch eher belastbar waren. Nein, die Bürger lassen sich durch derartige Meldungen nicht verschaukeln und hoffen weiter auf Einsicht und Umkehr. Der interessante Gehry-Bau steht auf viel zu engem Raum am falschen Platz.
Herford hat doch wahrlich andere Probleme zu lösen und muss endlich die Prioritäten neu bestimmen, Ob das Museum für moderne Kunst jetziger Prägung dann noch einen oberen Platz behält, darf bezweifelt werden.

Nette Geschäfte gibt es in den wenigsten Innenstädten, das ist nicht nur in Herford so, da sollte man sich aber an die eigene Nase fassen, denn wo kein Käufer, da kein entsprechendes Angebot. Die wenigsten sind bereit eine entsprechende Summe zu zahlen und gehen lieber in "Billigläden".
Zum MARta, würden die "Nörgler" das MARta nicht ständig schlecht machen, sondern das Museum in ihrer Stadt entsprechend unterstützen und Werbung (Mundpropaganda) dafür machen, dann würde es evtl. auch noch mehr Besucher an ziehen!
Ich gehe z.B. auch in kein Lokal, von dem mir gesagt wird es ist schlecht, nein man geht in eines, das einem empfohlen wird.
Über die Architektur kann man sich streiten. Geschmäcker sind halt verschieden, die Kunsthalle in Bielefeld ist auch kein Blickfang!



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