Herford. Wind und Wolken konnten den Erfolg der ersten Aloha-Beach-Saison weder eintrüben noch wegblasen. "Das Wetter war wie eine Achterbahn", sagt die Schausteller Ramona und Frank Berghaus. Und doch sind sie mit dem Ergebnis ihres Unternehmens "mehr als zufrieden". Die Gäste sind es auch.Deswegen soll es im kommenden Jahr wieder karibisches Strandleben im Aawiesen-Park geben, "vorausgesetzt, ich bekommen keine weiteren einengenden Vorschriften", sagt Berghaus.
Damit meint er auch die Wiederherstellungskosten im Park. Beispielsweise soll er mit einem Rollrasen das Grün unter dem Sandstrand wieder herstellen. Das zweite Problem ist die Klage eines Anwohners, der den Beach-Club als "Ballermann" bezeichnet und sich gegen die angebliche Lautstärke des Anlieferverkehrs gewendet habe.
Dem Ausgang des Verfahrens vor dem Verwaltungsgericht Minden sieht Berghaus entspannt entgegen, denn die Ordnungsabteilung hatte die Lautstärke unangekündigt messen lassen. Ergebnis: maßvolle 40 bis 60 Dezibel, je nach Standort und Tageszeit. "Die Diagramme füllen einen Aktenordner", merkt der Schausteller an.
Der Lieferverkehr sei mit "lärm-armen" Lastwagen abgewickelt worden. "Mit der Musik, der Auswahl und vor allem der geringen Lautstärke haben wir die Veranstaltung gut gesteuert", betont Ramona Berghaus. So seien die Gäste in ihrer Unterhaltung nicht gestört worden. Wenn gefordert, sind die Berghaus’ bereit, den Strand 2012 in größerer Entfernung zu den Wohnhäusern anzulegen und die Lautsprecher so zu drehen, dass die Musik in der Nachbarschaft noch weniger zu hören ist.
"Ich wollte es einfach wissen." So beschreibt der Schausteller (44) die Bereitschaft, das unternehmerische Risiko einzugehen. Auf Kirmessen betreibt er das Karussell "Twister", auf dem Weihnachtsmarkt einen dekorativen Glühweinstand. Auf dem Alten Markt hatten ihn Gäste ermutigt, ähnliches im Sommer zu versuchen. So besorgte er sich Sennesand und baute damit auf einer 1.200 Quadratmeter großen Fläche den Strand und den Volleyball-Platz. Die Liegewiese, gesponserte Polster auf Euro-Paletten, war Berghaus’ Idee. Die Sitzlauben hat er selbst gebaut. Auch Palmenschirme und Fass-Stehtische machen die Atmosphäre aus. Knapp 100 Gäste könnten sitzen, hocken oder liegen.Für das kommende Jahr will Berghaus zusätzlich drei überdachte Lauben und 30 weitere Stühle der verheißungsvollen Marke "Faulenzer" anschaffen.
Mit den Cocktails machte das Ehepaar das Geschäft. Das Essen war mehr eine Beigabe, damit die Gäste nicht gehen, wenn der Hunger kommt.
Montag wird abgebaut. "Das kann Tage dauern", sagt der Schausteller voraus.Der Sand, in dem Kinder gespielt und Sportler gepritscht und gebaggert haben, wird als Füllmaterial wieder verwendet. "Wir kommen mit schwerem Geräte. Die Transporte sind nicht einfach bei den aktuellen Baustellen."