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02.02.2012
VLOTHO/BERLIN
Gesamtmetall-Präsident Kannegiesser warnt Gewerkschaft vor Übermut
"Die Kirche im Dorf lassen"

Warner

Berlin. Gesamtmetall-Präsident Martin Kannegiesser (Foto) fordert von der IG Metall, "die Kirche im Dorf zu lassen." "Übermut tut selten gut", sagt er zu der Forderung nach 6,5 Prozent mehr Lohn. Alexandra Jacobson berichtet.
        Noch ist es nicht sicher, ob die IG Metall in der im März beginnenden Tarifrunde tatsächlich 6,5 Prozent mehr fordern wird – vorsorglich aber distanziert sich Martin Kannegiesser von diesen Überlegungen. "Wir sehen in einer derartigen Größenordnung ein Stück Leichtfertigkeit", meint der Unternehmer aus Vlotho. Der Verbandspräsident entdeckt in der Forderung einen "verbrämten Nachschlag", wofür es aber keinen sachlichen Grund gebe.

Wolle man den Verteilungsspielraum anhand der klassischen Maßstäbe Teuerung und Produktivitätszuwachs ermitteln, komme man auf knapp unter drei Prozent. Diese Zahl möchte Kannegiesser aber nicht als Angebot des Metall-Arbeitgeberverbands verstanden wissen.

Die Branche habe zwar den dramatischen Absturz im Jahr 2009 überwunden, doch herrsche weiterhin Unsicherheit. "Viele der Krisenherde sind zwar überdeckt, aber noch nicht geheilt worden." Die Betriebe müssten ihre finanziellen Handlungsspielräume erhalten. Zum einen gestalteten sich die Finanzierungsbedingungen immer schwieriger, und zum anderen machten Technologieschübe höhere Investitionen in Forschung und Entwicklung erforderlich. Kannegiesser warnt auch davor, bei der finanziellen Besserstellung der Zeitarbeiter zu überziehen und so dieses "Instrument der externen Flexibilität" für die Betriebe zu entwerten.

Die Metall- und Elektroindustrie gehört mit einem Umsatz von knapp 900 Milliarden Euro und rund 3,5 Millionen Beschäftigten zu den wichtigsten Wirtschaftszweigen in Deutschland. Die Unternehmen haben ihre Stammbelegschaften wieder kräftig aufgestockt. Bis November 2011 wurden 191.000 Arbeitsplätze zurückgewonnen: fast genauso viele, wie in der Krise 2009 abgebaut worden waren. Kannegiesser spricht von einem "Beschäftigungswunder". Besonders gut entwickelten sich die Automobilbranche und die Zulieferindustrie.

Kommentare
@Harry Meinst du wirklich dass das einen Unternehmer interessiert. Alles Ausbeuter vor dem Herren.

Wer seine Mitarbeiter schlecht bezahlt und/oder schlecht behandelt, schneidet sich letztlich ins eigene Fleisch.
Unzufriedene Mitarbeiter melden sich öfter mal krank, arbeiten nur soviel, wie unbedingt nötig und es kümmert sie nicht, wenn etwas im Betrieb schief läuft.

Jeder Unternehmer sollte die Hälfte seines Vermögens in eine Mitarbeiterbeteiligungsgesellschaft einbringen(Beispie: Rudolf Augstein und der Spiegelverlag). Gesellschafter dieser 50% müssen natürlich die aktuellen Arbeitnehmer und Pensionäre sein, wobei die Modualitäten zwischen Unternehmer und Betriebsrat auszuhandeln wäre (z. B. unter Berücksichtigung der Betriebszugehörigkeit, Position, Voll- oder Teilzeit usw.).

Wenn unsere Politiker nicht die Marionetten der Wirtschaft währen, wären wir nicht da wo wir sind. Der letzte gute Volkskanzler war Herr Helmut Heinrich Waldemar Schmidt. Danach alles Flitzpiepen meiner Meinung nach besonders Herr Gerhard Fritz Kurt Schröder der mit der Agenda 2010 sich gegen die Arbeitnehmerschaft gestellt hat. Siehe Hartz-Konzept mit den ganzen Zeitarbeitsfirmen mit ihren Mafia Methoden. Die Gewerkschaftler freuen sich. Der kleine Mann schaut dumm aus der Wäsche.

Herr Kannegiesser, Sie vertreten als Arbeitgeberpräsident selbstverständlich deren Interessen. das ist ihr Job, wird von Ihnen verlangt und ist auch in Ordnung. Die Gewerkschaft auf der anderen Seite vertritt genauso selbstverständlich die Arbeitnehmerinteressen. Auch das wird von Ihr verlangt und ist in Ordnung.
Da ich aus jahrelanger Erfahrung weiss, daß der Arbeitnehmer in der Regel bei Lohnforderungen stets kaum die hälfte seiner Forderung bekommt, finde ich 6,5%,noch dazu bei einer Inflationsrate von 2,4% ganz in Ordnung. Bedenken muß man auch, daß die Erhöhung brutto ist und man dann netto immer noch unter der Inflationsrate liegt und somit weniger hat, als im Vorjahr. Auch ist es gängige Praxis, daß viele Firmen die vereinbarte Erhöhung nicht an ihre Mitarbeiter weiter geben.



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