Herford. Gisela Linnemann ist nicht nur verärgert - vielmehr macht sie sich Sorgen um die Verkehrssicherheit in Elverdissen. "Seitdem die Umgehungsstraße B239 fertig gestellt ist, wird die Elverdisser Straße zunehmend von Lastwagen befahren."
Linnemann wohnt kurz vor der B 239 und hat täglich Probleme, wenn sie die Straßenseite wechseln möchte. "Das ist inzwischen sehr gefährlich", sagt sie. Nicht nur das von Lastwagen erhöhte Verkehrsaufkommen findet sie bedenklich: "Hier wird auch viel zu schnell gefahren", hat sie festgestellt. Besonders in Höhe der Grundschule Altensenne sei das nicht länger hinnehmbar. "Ich habe schon beobachtet, dass die zu schnell fahrenden Laster nicht mehr vor der Rot zeigenden Fußgängerampel stoppen können."
Gisela Linnemann hat die Aufschriften der Lastwagen studiert und zieht einen simplen Schluss: "Die meisten Brummis haben wohl die Autobahn 2 an der Anschlussstelle Ostwestfalen-Lippe verlassen, um Mautgebühren zu sparen. Sie fahren dann über Schleichwege - wahrscheinlich zur A30 in Kirchlengern." Nach Informationen der NW ist es gängige Praxis, Brummifahrern, die ihren Fuhrunternehmen Mautgebühren sparen, Prämien zu zahlen.
Zum Verkehrsaufkommen speziell in Elverdissen kann Sven Johanning vom Landesbetrieb Straßen.NRW kein vergleichendes Zahlenmaterial liefern. "Üblich ist es, Verkehrszählungen im Fünf-Jahres-Rhythmus durchzuführen", sagt Johanning.
Doch im Falle der Elverdisser Straße liegen nur Zahlen aus dem Jahr 2010 vor - keine aus den Jahren davor. So befahren täglich 8.600 Fahrzeuge (davon 577 Lastwagen) die Strecke B 239 bis L 804 (Braker Straße); zwischen Braker Straße bis zur 712n auf der Grenze Elverdissen/Altenhagen sind demnach 7.055 Fahrzeuge (491 Lastwagen) unterwegs. "Der Lkw-Anteil ist mit fünf Prozent im normalen Bereich", sagt Johanning.
Legt man die Zählungen von 2010 zugrunde, sind zwischen B 239 und Braker Straße 1.600 Fahrzeuge mehr als auf der Braker Straße bis Altenhagen unterwegs. "Über die Werler Straße fließt auch noch Einiges an Verkehr (5.200 Fahrzeuge) nach Ahmsen ab. Nach Brake sind es lediglich 1.700 Autos."
Die Situation werde sich grundsätzlich erst verbessern, würde die Ostwestfalenstraße an der Anschlussstelle Elverdissen/Altenhagen weitergebaut. Hier seien die Anhörungen gerade vorüber - und die Landeskassen für Straßenbau leer.