Kirchlengerner erhielt gefälschte Mastercard-E-Mail / Mit Bildergalerie der markanten Passagen in dem Schreiben
Bünde/Kirchlengern (jm). Mit gefälschten E-Mails versuchen Kriminelle jeden Tag an Daten von Bankkunden zu gelangen. Über einen solchen Fall mit einem Postbank-Kunden aus Bruchmühlen berichtete kürzlich die NW. Besonders im Visier der Betrüger sind derzeit aber Kreditkartenbesitzer. Ein NW-Leser aus Kirchlengern bekam eine täuschend echt aussehende E-Mail – angeblich von der Firma Mastercard.
Der Leser, der Mastercard-Kunde ist und anonym bleiben möchte, erhielt ein Schreiben, das ihn über die "vorübergehende Sperrung" seiner Kreditkarte informierte. Um die Karte entsperren zu lassen, solle der Betroffene eine im Text angegebene Internetseite aufrufen.
Der NW-Leser wurde misstrauisch. "Mich hat gewundert, dass ich unüblicherweise zu Beginn der E-Mail mit Vor- und Nachnamen angesprochen wurde", berichtet er. "Außerdem ist die Anrede im Text klein geschrieben."
An solchen fehlerhaften Details können Internetnutzer betrügerische E-Mails – "PhishingMails" genannt – erkennen, sagt Ralf Scherfling von der Verbraucherschutzzentrale NRW. Die Mastercard-Masche sei gerade besonders beliebt bei Kriminellen. "Diese E-Mails machen seit zwei Monaten einen Großteil der uns gemeldeten Fälle aus", sagt Scherfling. Das Vorgehen der Kriminellen ist immer gleich.
Mit gefälschten E-Mails locken sie Kunden – ob von Kreditkartenfirmen, Banken oder Internetkaufhäusern – auf fingierte Internetseiten. Dort werden sensible Daten abgefragt – angeblich zur Sicherheit der Kunden. Stattdessen nutzen die Kriminellen Kreditkartendaten, PIN-Nummern oder Passwörter für Raubzüge.
Ob Angeschriebene – wie der Mastercard-Besitzer in diesem Fall – tatsächlich Kunden bei dem betreffenden Unternehmen sind, wissen die Betrüger wahrscheinlich nicht, sagt Scherfling. "Sie kaufen Datensätze mit Adressen und schicken wild drauf los."
Wer glaubt, eine betrügerische E-Mail erhalten zu haben, kann diese an die Verbraucherschutzzentrale NRW weiterleiten (
phishing@vz-nrw.de). Die Verbraucherschützer alarmieren die echten Unternehmen. Diese können die gefälschte Internetseiten löschen lassen.
In der Bildergalerie haben wir die markanten Passagen der gefälschten E-Mail farblich hervorgehoben.
Meine Bank schickt mir immer eine Mail mit Benachrichtigung, nie den Inhalt (Kontoauszüge etc.) selbst. Dann kann man sich online einloggen und nachlesen. Links werden auch nie verschickt. Die entsprechende Seite immer selbst, z.B. über ein Lesezeichen im Browser aufrufen.