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18.02.2012
HERFORD
Herforder kämpft für die E-Zigarette
Gewinner des Gründerwettbewerbs zur Gesundheits-Debatte
VON MEIKO HASELHORST

E-Zigaretten-Raucher | FOTO: MEIKO HASELHORST

Herford. Andreas Kaiser steckt sich eine an. Per Knopfdruck. Sekunden später bläst er seinem Gesprächspartner weißen Dampf ins Gesicht. Aber nur, weil der wissen will, wie das riecht. Ergebnis: Ein Geruch ist kaum wahrzunehmen, mit etwas Phantasie vielleicht ein Hauch von Irish Coffee. "Das ist das Aroma, das ich gerade teste", sagt Kaiser. Der 47-Jährige möchte an der Radewiger Straße ein Geschäft für E-Zigaretten eröffnen und sorgt sich wegen negativer Berichterstattung in den Medien.

"Wenn ich Pech habe, kann ich deswegen meinen Laden nicht aufmachen", sagt Kaiser und spricht von gewissen Hürden, die man ihm zurzeit noch in den Weg stellt. Dabei war Kaiser vor einigen Tagen noch einer von vier stolzen Gewinnern des Radewiger Gründerwettbewerbs.

Die Aufregung um die E-Zigarette kann er nur sehr bedingt nachvollziehen. "Natürlich ist sie nicht wirklich gesundheitsfördernd", räumt der Herforder ein. "Aber gesünder als eine herkömmliche Zigarette ist sie mit Sicherheit." Und seine potentielle Klientel seien natürlich nicht Menschen, die mit dem Rauchen beginnen wollen, sondern solche, die es sich abgewöhnen wollen oder nach einer gesünderen und preiswerteren Alternative suchen.

Konsum reduziert

Kaiser selbst hat den Glimmstängel-Ersatz während einer Weiterbildung kennengelernt. "Ein Mitschüler hatte so ein Ding", erzählt der Familienvater. "Als Raucher war mein Interesse geweckt - erstens wollte ich wissen, wie’s funktioniert, zweitens wollte ich mir das Rauchen abgewöhnen." Der Plan ging auf: Hatte er vorher noch eine Schachtel täglich gequalmt, habe sich sein Konsum mittlerweile auf zwei bis drei Zigaretten am Tag reduziert. Den Rest an Nikotin-Bedarf hole er sich, indem er stündlich zwei- bis dreimal an seiner E-Zigarette zieht.

Kaiser holt das Etui mit seiner "Zukunfts-Zigarette" hervor: Zwei Zigaretten, Ersatz-Mundstücke und ein Fläschchen mit dem Liquid, jenem Stoff, der zurzeit für Diskussionen sorgt. "Natürlich weiß man wenig über die Langzeitwirkung", sagt Kaiser. "Aber wenn man alles verbieten würde, dessen Langzeitwirkung nicht erforscht ist, müsste man ja so Einiges verbieten. Das Liquid setzt sich aus der Basisflüssigkeit, dem jeweiligen Aromastoff und Nikotin zusammen", erklärt Kaiser weiter. "Die Flüssigkeit ist entweder Propylenglykol oder Glycerin, beides Alkohole, die als Lebensmittelzusatzstoff zugelassen sind - genau wie die Aromastoffe." Der Nikotin-Gehalt entspreche mit maximal 20 Milligramm pro Milliliter dem einer normalen Zigarette.

"In der unteren Hälfte befindet sich der Akku, in der oberen das Heizelement, das die Flüssigkeit im Mundstück erhitzt", erklärt Kaiser die Funktionsweise seiner Hightech-Rauchware und drückt wieder auf den Knopf in der Mitte der Zigarette.

Von "Rauchen" kann übrigens nicht die Rede sein - aus Zigarette und Mund quillt 90-prozentiger, fast geruchsneutraler Wasserdampf. "Untersuchungen haben ergeben, dass Passivrauchen hiermit ausgeschlossen ist", führt Kaiser ein weiteres Argument pro E-Zigarette ins Feld. Und in Brand stecken könne man damit auch nichts. Bei seiner ganz persönlichen E-Zigarette verzichteten die Designer sogar auf die Glut-Imitation an der Spitze.

Langzeitwirkung noch nicht bekannt

- Uwe Holtmann von der Suchtvorbeugung des Diakonischen Werks im Kirchenkreis Herford hat "schon von Rauchern gehört, bei denen das Abgewöhnen mit der E-Zigarette funktioniert haben soll".

- Ob sich die neue Methode langfristig durchsetzt, müsse man allerdings erst abwarten. "Es gibt da ja auch immer noch gewisse gesundheitliche Bedenken", sagt Holtmann.

- Dazu Herwig Buhrmann, Amtsapotheker des Gesundheitsamtes Kreis Herford: "Selbst wenn die Alkohole Propylenglykol und Glycerin als Lebensmittelzusatzstoffe zugelassen sind – es ist ein Unterschied, ob die in meinem Magen oder in meiner Lunge landen."

- Generell gelte: "Poly-Alkohole gehören eher in den Kühler meines Autos als in meine Lunge."

- Um die Stoffe als unbedenklich einzustufen, sei deren Langzeitwirkung in der Lunge noch nicht hinreichend erforscht.


Kommentare
Ich bin davon überzeugt das áuch Ihr es mit der E-zigarette von Link unterdrückt schafft. Sie wurde vom Verbraucherschutz getestet und für Sehr Gut befunden. Ich persönlich Raucher keine Normale Zigarette mehr. Aufpassen würde ich jedoch bei Flüssigen Liqudis immer Depots nehmen und achten auf Qualitäts ware. Infos findest ihr dazu auch bei Link unterdrückt Das was die Politik momentan fährt und alle E-Zigis schelcht macht deutet für mich darauf hin das Sie vermuten das die E-Zigarette einen zu großen Markt einnimmt und Steuergelder fehlen. Wenn man bedenkt das jeder vierte Raucher ist. Vorsicht jedoch bei in China hergestellten Liquids.Oft werden sie in irgendwelchen hinterhöfen abgefüllt und hier leidet natürlich der Name der E-Zigarette. Bei der Supersmoker die ich verwende,es gibt bestimmt auch noch zig andere gute Marken, weiß ich das sie auf deutschen Standard hergestellt und auch in der Qualität sind.Link unterdrückt Ich hoffe ich konnte euch ein bisschen helfen.

generell gelte: Poly-Alcohole gehören eher in den Kühler"......wer hat das nun gesagt. Buhrmann oder Holtmann?? Es ist eigentlich auch egal.. Sehr sehr traurig ist es, daß gerade von solchen Personen, derartige Argumente kommen. Propylenglycol ist nicht nur ein Lebensmittelzugelassener Zusatzstoff, sondern wird auch in Aerosolen verwendet. Spitzner oder Infectokrupp zb. wer es googlen möchte. oder für den Rachen, zur Anwendung ebenfalls einzuatmen. Locabiosol !!! Es ist ermüdend, auf diese Tatsache immer wieder hinweisen zu müssen!!! Es ist doch gar nicht so schwer sich zu informieren, wenn man nur will. Objektiv soll doch mal bleiben. Generell gilt (basierend auf Faktenlage und studien: Die herrkömmliche Zigarette ist im Verhältnis 1000x schädlicher. Also Hut ab und Gratulation jedem Raucher, der es nach jahrelangen Versuchen durch das Dampfen endlich geschafft hat, kein Formaldehyd, Blausäure, Benzol, und zig weitere karzinogene Stoffe zu sich zu nehemn. Ausserdem, liebe Leute ist Propylengylocol in nahezu jeder Zigarette und jedem Tabak enthalten, wenn man nicht gerade diese Bio ohne Zusatzstoffe raucht! - Zu jm. Ich wußte, daß dieser Bericht aus den Staaten auch hier jemanden einfängt. Das ist ja nun mal wirklich dein ernst? Also dann bitte auch Handys verbieten, Funkkopfhörer und alle anderen akkubetriebenen Gerätschaften, die man irgendwie nahe Kopf bzw. Körper benutzt!!!!! Also, da fehlen mir die Worte....

Erst mal an alle Kommentatoren, die nicht mehr Rauchen: Wir sind stolz auf euch, setzt euch und nehmt euch ´nen Keks.
Anhand der restlichen Komentaren der Gegner kann man mal wieder sehen, wie sich die Negativ-Presse auswirkt: Alle reden und schreiben von der Explosion in den USA, wäre es ein Handy gewesen, hätte es keinen interessiert, aber nein, es war ja die achsoi bööööööse E-Zigarette...Wir Dampfer müssen bestimmt bald alle sterben, was?
Immer schön auf ein Produkt rumhacken, was ich nicht kenne, was der Bauer nicht kennt, "dat frista nicht".

Hallo Heinzmann,

Sie werden das nicht hören wollen, aber vor zehn Jahren mit dem Rauchen aufzuhören, war tatsächlich noch einfacher, als es heute zu versuchen.
Es wurden seither unzählige weitere Zusatzstoffe beigemischt, die die Abhängigkeit verstärken und andere, die verschleiern, wie schlecht es einem gesundheitlich schon dank des Rauchens geht. Durch das Absetzen der Zigaretten fühlt man sich dadurch heute oft nach kurzer Zeit zusätzlich zum Nikotinentzug richtig krank, weil diese Krankheitsverschleierer nicht mehr zugeführt werden und die Auswirkungen der vorhandenen Krankheiten (z.B. Raucherhusten, Depressionen) ungehemmt ihre Wirkung entfalten können. Perverserweise lindern die Zigaretten dann diese Beschwerden - man fühlt sich besser, wenn man weiter raucht, und so ist das auch beabsichtigt.

Auch ist nicht jeder Raucher gleichermaßen süchtig. Man unterteilt in "Nikotinsucht" und "Rauchritualsucht". Einige Raucher haben diese Rauchrituale nicht sehr stark verinnerlicht, besonders Kettenraucher, die eigentlich nie konkret situationsbezogen geraucht haben, sondern einfach immer, überall und jederzeit. Sie werden nicht in zahlreichen täglichen Situationen von ihrem Belohnungszentrum vehement daran erinnert, dass zu dieser oder jener Situation eigentlich eine "Belohnungs-" oder "Beruhigungs"-Zigarette gehört.
Da ich vorhin Depressionen nannte: Depressionen sind eng mit Zigaretten verknüpft. Man weiß nur noch nicht, ob depressive Menschen eher den Hang zum Rauchen entwickeln, oder ob Raucher eher den Hang dazu haben, depressiv zu werden. Sicher ist aber, dass unter den an Depressionen Erkrankten überdurchschnittlich viele Raucher sind. Wie oben schon gesagt, korrelieren Zigaretten und Depressionen miteinander, bedingen einander aber nicht. Wenn Sie ein Raucher ohne Depressionen waren, verlief Ihr Rauchstopp mit Sicherheit wesentlich unproblematischer, als der eines an Depressionen erkrankten Menschen. Nun können Sie natürlich auch jemandem bloße mangelnde Willensstärke vorwerfen, der an Depressionen erkrankt ist. Angesichts der Tatsache, dass sich jährlich viele tausende Depressive umbringen, wäre ein solch lapidares Abtun ihrer Erkrankung jedoch geradezu bösartig.

Die Rauchentwöhnungsquote MIT Entwöhnungshilfen liegt bei gerade mal 2-3% für die ersten sechs Monate. Noch weniger schaffen es auf Jahre hinaus. Ohne Entwöhnungsprodukte ist sie sogar noch ein bisschen geringer. Die Tabakentwöhnungsquote der E-Zigarette wird anhand erster Erhebungen in einschlägigen Foren auf 60-80% geschätzt. Über die vollständige Entwöhnung von der Nikotin- und der Rauchritualsucht ist noch nicht erforscht, aber wenn sie nur bei 5% liegen würde, wäre sie immer noch deutlich besser als jedes Mittel aus der Apotheke und jede "bloße Willensaufwendung". Noch dazu schonender und - was am wichtigsten ist - auf Jahre hinaus sicher. Denn wenn in zehn Jahren eine besondere Stresssituation entsteht (der Tod eines geliebten Menschen beispielsweise, der Sie extrem aus der Bahn wirft, dann sind Sie als Ex-Raucher mit ausgeprägter Rauchritualsucht sofort wieder bei der Überlegung, zur Zigarette zu greifen, wodurch Sie in diesem Moment der Schwäche automatisch wieder nikotinsüchtig werden. Als Ex-E-Zigarettenraucher haben Sie da noch die Wahl, auf ein nikotinfreies Liquid zurückzugreifen und sich körperlich nur mit der vergleichsweise harmlosen Rauchritualsucht auseinandersetzen zu müssen.

Fazit: Sie gehören zu den ganz wenigen Glücklichen, die es geschafft haben, Herr Heinzmann, und abhängig davon, ob Sie nur nikotin- oder auch rauchritualsüchtig waren, könnte es auch in zehn oder zwanzig Jahren noch passieren, dass Sie wieder rückfällig werden.

Wenn Sie sich deshalb über die übrigen 97-98% aufschwingen und für was Besseres halten wollen, bitte. Niemand kann Ihnen vorschreiben, wie Sie über andere Leute zu denken haben.

Aber das gibt Ihnen trotzdem nicht das Recht, diesen anderen vorzuschreiben, welche Wege sie zu gehen haben, um von Tabakzigaretten wegzukommen, und welche Wege verboten werden sollten. Das steht übrigens auch so im Grundgesetz, Artikel 2.

@Richard Kieser: So ein Statement hat hier nichts zu suchen! Was ist hieran peinlich? Immerhin handelt es sich um eine minimal gesundheitsgefährdende Alternative zum herkömmlichen Rauchen, die zudem einen Genuss und KEINE Gefährdung für Leute wie Sie darstellt. Was immer Sie zu dieser Äußerung getrieben hat, bite überdenken Sie ihre Einstellung!



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