Herford. Der Mittelweg nahe der Kreuzung Herringhauser Straße: 14 Linden wurden hier im Jahr 2007 beim Ausbau der Straße gepflanzt. Acht der bis zu sechs Meter hohen Bäume wurden am vergangenen Wochenende von unbekannten Tätern so schwer beschädigt, dass sie gefällt werden müssen. Den Schaden beziffert die Stadt auf rund 10.000 Euro.
"Auf den ersten Blick sehen die Bäume normal aus. Sie wurden aber etwa auf 40 Zentimeter Höhe angesägt", erklärt Axel Echternkamp (44) vom Grünflächenamt, der für die rund 7.500 Herforder Straßenbäume zuständig ist und selbst in unmittelbarer Nähe des Tatorts lebt. Der Täter, der in der Nacht von Samstag auf Sonntag unterwegs war, hat die Stämme - wahrscheinlich mit einer Bügelsäge - jeweils bis zur Hälfte durchtrennt.
Damit sind die Leitungsbahnen, durch die sie Wasser und Nährstoffe transportieren, gekappt. Der Baum kann zwar mit der verbliebenen Hälfte überleben, doch durch die "Wunde können Pilze in den Stamm eindringen und den Baum schädigen. Außerdem ist die Standsicherheit nicht mehr gewährleistet".
Stadt und Polizei suchen Zeugen
Informiert worden war der Baum-Experte der Stadt von einem Nachbarn, der die Sägespuren entdeckt hatte. Wer für die Tat verantwortlich ist, ist noch unklar. "Wir haben Strafanzeige erstattet", erklärt Stadt-Sprecher René Schilling. "Mir ist nicht klar, was diese sinnlose Tat ausgelöst hat." Hinweise auf Verdächtige gibt es noch nicht. Stadt und Polizei hoffen aber, dass sich Zeugen melden, die am Wochenende verdächtige Beobachtungen gemacht haben.
Der Schaden durch die Kappung der sechs Kaiser- und zwei Straßenlinden liegt bei 10.000 Euro. "Das sind zum einen die Kosten für die Neuanpflanzung", rechnet Axel Echternkamp, "die bei 500 Euro pro Baum liegen werden." Die 2007 gesetzten rund vier Meter hohen Linden hatten rund 18 Zentimeter Stammumfang und waren bereits zwei Mal geschnitten worden, um den erwünschten hohen Wuchs zu erhalten. Auch diese Arbeiten müssen bei den acht neuen Bäumen wiederholt werden.
Parallel geht es auch um die ökologische Funktion der knapp fünf Jahre alten Linden. "Anders als bei einer Immobilie oder einem Auto steigt der finanzielle Wert eines Baums im Lauf der Jahre an", erklärt der 44-Jährige. Er filtere etwa die Luft und sorge insgesamt für eine Verbesserung des Wohnumfelds. Um so schwerer wiege der Verlust, denn die nun abgesägten Bäume "sind gerade so weit gewesen, dass sie die ökologischen Funktionen wahrnehmen konnten".
Hinweise an die Polizei unter Telefon: 05221/8880.