Kreis Herford (hab). Im Streit um die Tunnellösung für die Bundesstraße 239 in Schweicheln-Bermbeck wächst der Druck auf die Industrie- und Handelskammer (IHK). Jetzt hat der Herforder Unternehmer Friedrich-Wilhelm Schöneberg die IHK scharf kritisiert und die zwangsweise Mitgliedschaft seiner Firmen in der Kammer in Frage gestellt.
Die IHK habe offenbar den Kontakt zur Basis im Kreis Herford völlig verloren, schreibt Schöneberg in einem Brief an die IHK. Die Stellungnahme der Herforder Wirtschaftsinitiative für ein Zugehen auf die Tunnellösung sei keinesfalls verfrüht, wie die Kammer behaupte.
"Verfrüht sind derartige Meinungsäußerungen nur für Damen und Herren, die nicht fähig sind, schnellen Schrittes den Anforderungen der Zukunft gerecht zu werden", schreibt Schöneberg. Solches "anachronistische Denken" könne sich nur eine Vereinigung mit Zwangsmitgliedschaft erlaufen.
Die Wirtschaft im Kreis Herford habe ein vehementes Interesse daran, dass die Straße bald gebaut werde. Dieser Aussage von Andreas Peter (Peter Lacke) namens der Wirtschaftsinitiative könne nur bedingungslos zugestimmt werden.
Schöneberg, der kürzlich seinen 65. Geburtstag feierte, hat eines der erfolgreichsten Unternehmen der Region aufgebaut: Seine Schöneberg-Holding führt mehrere Verpackungs-Firmen in Herford und Löhne mit mehr als 550 Mitarbeitern und über 120 Millionen Euro Jahresumsatz.