Kreis Höxter. Über 100.000 Kinder und Jugendliche haben von Donnerstag, Schlag 17.07 Uhr, bis Sonntag, Punkt 17.07 Uhr, in sieben Bundesländern bei rund 3.000 Projekten für 72 Stunden kräftig angepackt. Unter ihnen auch zahlreiche Gruppen im Kreis Höxter, die unter dem Motto "Uns schickt der Himmel" wenigstens einen kleinen Teil der Welt verbessern wollten. Die NW besuchte einige der Akteure an ihren "Arbeitsplätzen".
So schloss sich die katholische Jugendgruppe Bad Driburg mit dem örtlichen Jugendtreff zusammen, und ab ging es in den Wald, um dort Hünengräber aus der Bronzezeit freizulegen. "Wir haben diesen Auftrag von der Stadt gekriegt", erklärt Sibyl Bolley, Leiterin des Jugendtreffs. Im Buddenberg-Park (Arboretum), gibt es einige dieser alten Grabstätten. Alles konnten die Jugendlichen nicht freilegen, aber sie wollen den Besuchern einen Eindruck vermitteln, wie es damals hätte aussehen können. "Wir bauen ein Modell, einen Querschnitt im Maßstab 1:10, mit Grabkammer und Sarg. Das stellen wir dann hier aus.", erklärte Bolley.
Während die jungen Frauen und Männer in Bad Driburg schaufelten und gruben, erklang einige Kilometer weiter der Gesang der katholischen Landjugendbewegung Alhausen. Sie probten für ein Benefizkonzert, das am Sonntag stattfand. Der Erlös soll dem eigentlichen Projekt zugute kommen. "Wir wollen einen barrierefreien Zugang zur Kirche schaffen. Die vielen Stufen sind für Rollstuhlfahrer und ältere Leute nicht zu bewältigen. Das wollen wir ändern.", so erklären die Jugendlichen ihr Vorhaben den Einwohnern. Alleine können sie das nicht schaffen, dafür sind die Kosten zu hoch. Aber innerhalb der 72-Stunden-Aktion haben sie den Weg zur Umsetzung ihres Projekts bereitet.
Tatkräftige Fachleute für Plumpsklo, Mauerdurchbruch und Schlammspielplatz
HelferIn Ottbergen hatten es sich die Pfadfinder zum Ziel gemacht, den Spielplatz auf dem Gelände der Brauerei Meierhofer zu erneuern und zu vergrößern. Zu der bestehenden Rutsche, den Schaukeln und dem Sandkasten kam noch eine Holzhütte, Spielfelder für Mühle, Dame, Schach und Völkerball wurden auf den Boden gemalt und ein Schlammspielplatz angelegt. "Wir leiten in einen Teil des Sandkastens Wasser, da können die Kinder dann Burgen bauen, das Wasser auch umleiten und kleine Dämme errichten.", erläutert der Vorsitzende der Pfadfinder Ottbergen Heinz-Dieter Müller das Projekt.
Auch in Lütmarsen wurde gebaut, gesägt und gepinselt. Hier haben sich die Mitglieder der KLJB Lütmarsen die Renovierung der Schutzhütte zur Aufgabe gemacht. "Hier treffen sich oft Jugendliche zum Feiern und Grillen. Aber es war schon alles sehr morsch geworden und hatte eine Überholung dringend nötig", erzählte Josef Köhne, der Vorsitzende der örtlichen KLJB. In 72 Stunden schafften sie es, neue Bänke zu errichten, verschafften der Hütte einen neuen Anstrich, verlegten Platten und pflanzen Hainbuchen. Das größte Projekt war aber der Bau eines neuen Plumpsklos - das alte war abgebrannt. Das neue Häuschen "soll noch besser sein und hoffentlich auch länger halten", betont Köhne.
Ein Abstellplatz für Fahrräder, Erweiterung des Gruppenraumes sowie einen separaten Eingang hatten sich die Mitglieder der KLJB Hembsen-Beller vorgenommen. So wurde beispielsweise am Samstagnachmittag fleißig gepflastert, um den Fahrradabstellplatz links vom Trafohäuschen an der Gemeindehalle Hembsen fertig zu bekommen. Rechts konnte zudem Erde für den separaten Eingang ausgehoben werden, der gleichzeitig auch als Notausgang für den gesamten Kellerbereich gedacht ist.
Ganz glücklich ist die KLJB Hembsen-Beller über einen neuen, zweiten Gruppenraum. Hier sind schon Vorbereitungen unter anderem für eine kleine Küchenecke, den neuen Eingangsbereich sowie die entsprechenden Durchbrüche für Türen erfolgt. "Es muss jetzt noch die gesamte Elektrik neu gelegt werden. Dann sind noch die Türen einzusetzen und die Wände zu streichen", beschreibt Annette Kunisch, die der KLJB als tatkräftige Helferin zur Seite steht, die noch anstehenden Arbeiten.
Um die Gruppenräume schöner und wohnlicher zu gestalten werden noch Farbe für die Wände, Lampen, insbesondere Stühle, Teppich, Utensilien für die Küchenecke und anderes mehr benötigt. Wer etwas zur Verfügung stellen möchte, kann sich bei der KLJB Hembsen-Beller melden.