Höxter. Jana Niggemeyer (16) aus Niese, Andree Kasten (17) und Robin Kilb (17) aus Höxter, Simon Steiner (16) aus Lütmarsen und Jennifer Eckstedt (16) aus Menne gehören zu den glücklichen Jugendlichen, die am 1. August eine Ausbildung beginnen. "Z.i.B. hat uns bei der Vorbereitung sehr geholfen", sagen die fünf Hauptschüler. Ziel ist Berufsausbildung (Z.i.B.) heißt das Projekt des Bildungsmanagements des Kreises Höxter, das Schülerinnen und Schülern der 9. und 10. Klassen der zwölf Hauptschulen im Kreis Höxter beim Start in das Berufsleben unterstützt.
"Trotz Wirtschaftskrise ist die Zahl der Schülerinnen und Schüler, die mit Unterstützung des Z.i.B.-Projekts am Ende ihres Schulwegs direkt in die Ausbildung durchstarten, stabil geblieben", resümiert Bildungsmanagerin Katrin Werner. "Wir freuen uns über jeden Betrieb, der einem engagierten jungen Menschen eine berufliche Perspektive bietet", appelliert Landrat Hubertus Backhaus an die Unternehmer, Hauptschülern an den Start ins Berufsleben zu helfen. Spätestens in zehn Jahren werde der Fachkräftemangel deutlich.
Robin (17) aus Höxter beginnt im August eine Ausbildung zum Anlagenmechaniker für Klima- und Kältetechnik bei der "Gebr. Becker GmbH & Co. KG - Energie- & Versorgungstechnik" in Höxter. "Ich wollte einen Metallberuf erlernen. Jetzt freue ich mich riesig auf die Ausbildung!" sagt er. Talent, Fleiß, Ehrgeiz und Zuverlässigkeit sind wichtig für den erfolgreichen Start ins Berufsleben. Doch ist zuvor die Hürde der Bewerbung zu meistern.
"Mit einem freundlichen Telefongespräch prägt sich der Name des künftigen Auszubildenden schon ein, bevor seine Bewerbungsmappe beim Geschäftführer oder Personalchef auf dem Tisch liegt", betont Z.i.B.-Mitarbeiterin Barbara Berkenhoff die Wichtigkeit der persönlichen Ansprache. "Kein Betrieb will einen 08/15-Bewerber. Deshalb fallen 08/15-Bewerbungen meist gleich durch das Auswahlraster", ergänzt Z.i.B.-Mitarbeiterin Marion Kunisch.
Mit der guten Bewerbung ist jedoch nur die erste Hürde genommen. "Wir trainieren mit den Schülerinnen und Schülerinnen sehr intensiv das Vorstellungsgespräch", nennt Projektmitarbeiterin Sabine Nicolai einen weiteren Programmpunkt. "Der erste Eindruck ist entscheidend", so die Trainerin. Vier Sozialarbeiterinnen und Sozialpädagoginnen, Michaela Aisch, Barbara Berkenhoff, Marion Kunisch und Sabine Nicolai, fördern seit Februar 2008 im Rahmen des Z.i.B.-Projekts Schülerinnen und Schüler in den zwölf Hauptschulen im Kreis Höxter bei der Berufswegvorbereitung. Sie verfügen über langjährige Erfahrung in der beruflichen Weiterbildung und unterstützen seit mehr als einem Jahrzehnt junge Menschen beim Übergang von der Schule in den Beruf.
Das, was Ausbildungsbetriebe von den Jugendlichen erwarten, vermitteln den Schülerinnen und Schülern die Trainerinnen des Z.i.B.-Projekts: Engagement, Wertschätzung und Interesse. "Die Jugendlichen wollen Erfolg haben", sagen die Projektmitarbeiterinnen unisono. Doch eine ganze Reihe von Jugendlichen leidet an einem Mangel an Erfolgserlebnissen und Bestärkung.
Auch Simon verdankt dem Z.i.B.-Projekt Sicherheit bei der Bewerbung. Vielen seiner Klassenkameraden habe vor allem die Vorbereitung auf die Eignungstests geholfen, die viele Ausbildungsbetriebe inzwischen durchführen. Der 16-jährige Lütmarser freut sich auf die Arbeit unter freiem Himmel. Seine Ausbildung zum Garten- und Landschaftsbauer beginnt er am 1. August bei "Pamme Garten- und Landschaftsbau" mit Sitz in Höxter. "Mich reizt an diesem Beruf die Vielseitigkeit und die Arbeit in der Natur", sagt der Hauptschulabsolvent. Durch ein Praktikum habe er Feuer gefangen. Die Jugendlichen sind überzeugt, dass Praktika in der 9. und 10. Klasse eine wichtige Brücke ins Berufsleben wären.
Andree (17) will Zimmermann, Fachrichtung denkmalgerechte Bausanierung, werden. Die Bewerbungsexpertinnen hatten ihm geraten, dem ausgewählten Betrieb freiwilliges Probearbeiten anzubieten. Damit hatte er Erfolg. Im August beginnt er seine Ausbildung bei der Zimmerei "Büse Bauwerkssanierung GmbH" in Brakel.