In der Nacht zu gestern im 89. Lebensjahr in Cetona gestorben / Feierliches Requiem und Beisetzung in Corvey
Höxter (lon/BH). Viktor Herzog von Ratibor und Fürst von Corvey hat Donnerstagabend in tiefer Trauer im Namen seiner Familie mitgeteilt, "dass sein innig geliebter Vater" Seine Durchlaucht Franz Albrecht Metternich-Sándor, Herzog von Ratibor und Fürst von Corvey in der Nacht zu gestern im 89. Lebensjahr in Cetona, Italien gestorben ist.
Nach dem Krieg hatte er in Corvey an der Weser nahe Höxter seine neue Heimat gefunden, die ihm bis zu seinem Tode sehr ans Herz gewachsen war. Dank seiner beispielhaften Aufbauarbeit, die er über Jahrzehnte in Corvey geleistet hat, wird Corvey immer mit seinem Namen in Verbindung bleiben. Das feierliche Requiem mit anschließender Beisetzung wird in der Abteikirche zu Corvey stattfinden.
Selten sei es so leicht, Außenstehenden zu vermitteln, worin die Verdienste des zu Ehrenden liegen. "Wir brauchen uns hier nur umzuschauen, dann wissen wir, warum wir heute zu diesem festlichen Anlass zusammen gekommen sind", sagte Landrat Hubertus Backhaus 2003, als er im Kaisersaal von Schloss Corvey das Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland an Franz Albrecht Metternich-Sándor, Herzog von Ratibor und Fürst von Corvey, verliehen hatte. Herzog von Ratibor habe den Begriff des Staatsbürgers in vorbildlicher Weise mit Leben erfüllt. "Sie haben", so der Landrat damals in seiner Laudatio, "mit Ihrem Engagement hier in Corvey, Ihren Leistungen für Corvey aber vor allem mit der Öffnung des Hauses für die Allgemeinheit diese älteste Kulturstätte unseres Raumes zu einem Anziehungspunkt nicht nur für die Stadt und den Kreis Höxter gemacht."
Trotz seines überwiegenden Aufenthaltes in Österreich habe Herzog von Ratibor Corvey nicht eine Sekunde lang aus den Augen verloren und intensiv für Corvey gelebt. Das ehemalige Kloster "von einem ziemlich baufälligen Privathaus in ein bedeutendes Kulturzentrum umzugestalten", habe trotz intensiver Unterstützung seitens des Landes Nordrhein-Westfalen, des Kreises und der Stadt Höxter auch erheblichen privaten finanziellen Aufwand erfordert. Dank der Kreativität, des Ideenreichtums und der Impulse des Eigentümers habe sich Corvey mit seinem modernen Regionalmuseum zu einem bedeutenden Anziehungspunkt im Weserraum entwickelt.
Herzog von Ratibor zeigte stets aufgeschlossen, wenn es darum ging, einerseits der Öffentlichkeit Schloss Corvey und dessen Geschichte zu einem besonderen kulturellen Erlebnis werden zu lassen, andererseits aber auch, um vielfältigen wissenschaftlichen Ansprüchen gerecht zu werden. Beispielhaft seien die archäologischen Grabungen im Bereich der mittelalterlichen Stadtwüstung Corvey und im Bereich des Klosters tom Roden, die Corveyer Musikwochen, die seit 49 Jahren Tausende Musikfreunde von nah und fern nach Corvey locken und weit in die Region hinaus strahlen, die vielen weithin beachteten Sonderausstellungen. Zudem habe die Unterstützung des Corvey-Instituts für Buch- und Bibliotheksgeschichte an der Universität Paderborn sowie die Bereitstellung der kompletten fürstlichen Bibliothek für die Wissenschaft überregional bedeutsame Forschungen ermöglicht.
Auch im sozialen Bereich und in vielfacher Vereinsverbundenheit zeigte sich das Engagement des Herzogs für das Gemeinwohl. So förderte und unterstützte er als langjähriges Mitglied das Schützenwesen der Stadt Höxter. Außerdem engagierte er sich im Heimat- und Verkehrsverein, im Reit- und Fahrverein Corveyer Land, der Aktion Silberfisch, im Verein zur Erhaltung und Nutzung der Weinbergkapelle.
Als Mitglied im Stiftungsrat der Weserberglandklinik setzte er sich für die Entwicklung dieser für die Stadt und die Region bedeutsamen Gesundheitseinrichtung ein.