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26.06.2009
Menschen auf Glaubensweg begleitet
Priester und Vikar Daniel Jardzejewski nimmt Abschied von Höxter
VON ROSWITHA HOFFMANN-WITTENBURG

War vier Jahre lang in Höxter | FOTO: ROSWITHA HOFFMANN-WITTENBURG

Höxter. Der Bischof denkt, aber Gott lenkt. Und Priester Daniel Jardzejewski (31) geht den von ihnen aufgezeigten Weg: Lachend, voller Vorfreude und Zuversicht, aber auch mit einem weinenden Auge. "Ich fühle mich sehr wohl in Höxter und in dieser Kirchengemeinde", sagt der Geistliche, der am Samstag, 27. Juni um 18.30 Uhr mit einem Festhochamt verabschiedet wird und sich wünscht, in dieser Stunde von den vielen Menschen begleitet zu werden, die ihn auf dieser Etappe seines Lebenswegs mit ihm gegangen sind und die ihm ans Herz gewachsen sind.

Viele Bekanntschaften hat er auch jenseits des kirchlichen Dienstes gemacht: Auf sportlichen Mountainbike-Touren durchs Weserbergland, aber vor allem morgens um sieben auf den Spaziergängen mit seinem Hund Felix, einem quirligen Beagle. "Mit Hund kommt man mit Menschen immer ins Gespräch", sagt er lachend. "So einen Hund kann ich jedem nur empfehlen."

Gleich nach seiner Priesterweihe durch Bischof Hans-Josef Becken zu Pfingsten 2005 in Paderborn, trat Daniel Jardzejewski seinen Dienst als Vikar in der Kath. Kirchengemeinde St. Nikolai im Pastoralverbund Höxter an. In Zusammenarbeit mit Pfarrdechant Ludger Eilebrecht, Pastor Frank Grunze und Gemeindeassistentin Verena Stengel zelebrierte er die Messen, spendete die Sakramente und leistete seelsorgerische Einzelbegleitung.

Wer seinen geistlichen Rat und seine Unterstützung suchte, fand sie in seinem behaglichen Wohnraum in der alten Dechanei; auf einem antiken Polsterstuhl, ihm gegenüber und mit Blick auf ein großes Gemälde von Jesus Begegnung mit der samaritischen Frau am Jakobsbrunnen. "Ich mag dieses Bild sehr", sagt er. "Sie kommen ins Gespräch, die Frau vertraut ihm, vertraut sich ihm an, spricht über ihre Verletzungen und Sünden und kann sich erstmals angstfrei der Wahrheit ihres Lebens stellen." Nach einer kurzen Pause fügt er hinzu: "Für mich waren die Gespräche hier stets eine Schulung in Demut."

Besonders am Herzen lag ihm die Arbeit mit den Messdienern. Es war großartige Erfahrung und Bereicherung, die jungen Menschen auf dem Weg des Glaubens zu begleiten. Schmunzelnd fügt er hinzu, dass es von den Messdienern in St. Nikolai sogar auf "You Tube" im Internet Filme zu sehen gibt.

Sein Weg führt ihn zu einem zweijährigen Promotionsstudium der Spiritualität nach Münster. Als er davon erzählt, ist sofort spürbar: Das ist "sein" Thema. Vor dem Hintergrund 2000jähriger Christengeschichte mit ihren unterschiedlichen Menschen, von denen viele zu Heiligen wurden, ihren unterschiedlichen Zugangsweisen und Annäherungsformen zu Gott wird schließlich die Frage im Mittelpunkt stehen, wie die jungen Priester der Postmoderne sich zurecht finden und wie sie sich in der Postmoderne erleben.

"Da hat sich vieles getan", erzählt er. "Die Jungen setzen wieder mehr auf Traditionen, ohne jedoch zum Traditionalismus zurückzukehren. Die Moderne hat den Himmel abgeschafft, die Postmoderne führt ihn wieder ein", bringt er kurz und knapp auf den Punkt. "Heute wird wieder nach einer klaren Eindeutigkeit verlangt, es besteht eine große Sehnsucht nach Sicherheit und das Verlangen nach Mystischem. Es geht immer weiter. Es hat alles in seiner Zeit seinen Wert und seine Wichtigkeit. Wir können davon lernen, aber wir können es nicht kopieren. Junge Leute müssen ihren eigenen Weg gehen."

Vikar Daniel Jardzejewski führt sein Weg übrigens nicht nur zum Studium nach Münster, wo er montags bis donnerstags sein wird, sondern vor allen ins Pfarrhaus des Ortes Ostenland bei Delbrück. Hier wird er von freitags bis sonntags mit dem dortigen Pfarrer die Messen zelebrieren und die Sakramente spenden.

Vor dem großen Umzug steht zunächst ein Urlaub in Meran und der Toscana an. "Ich verreise total gern!", erzählt er. Und es wundert fast überhaupt nicht, dass er als Lieblingsurlaubsziel spontan den Wallfahrtsort Lourdes nennt. Seine besondere Beziehung zu dem Ort wird durch drei sehr alte Kupferstiche in seiner Wohnung in der Dechanei deutlich. "Da kann ich wunderbar abschalten", sagt er. Allerdings habe er auch schon mal Trekkingurlaub auf Ibiza und Korfu gemacht.


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