Bödexen. "Kein Steinbruch in Fürstenau!" Alle haben sich positioniert, alle sind einer Meinung und sprechen mit einer Stimme. Nach Solo-Beschlüssen in den Ausschüssen, der von einem möglichen Steinbruch in Fürstenau ebenfalls betroffen Ortschaften Albaxen, Bödexen und Brenkhausen, wurde auf einer gemeinsamen Sitzung aller vier Ausschüsse im Saal des Gasthauses Buch in einem gemeinsamen Beschluss der kommunalpolitische wie auch der Bürgerwille bekräftigt.
Dabei schloss sich die Gemeinschaft der Ausschüsse unter Leitung von Udo Speith, Ortsausschussvorsitzender Fürstenau, inhaltlich der bereits am 26. Juni vom Rat der Stadt Höxter beschlossenen Resolution an, die der Bezirksregierung als entscheidender Behörde inzwischen vorliegt. Darin spricht sich der Rat gegen die Änderung des Regionalplans aus, weil die Einräumung einer Abgrabungsmöglichkeit für Kalkstein in der Gemarkung Fürstenau nicht erforderlich und auch der Bedarf nicht nachgewiesen sei.
Die Änderung des Regionalplans ist die erste von vielen weiteren Hürden, die das Unternehmen Schaperdot nach der Antragstellung bei der Stadt Höxter überwinden müsste, um seine Interessen durchzusetzen. So vermittelte es Uwe Dierkes, Stadtverwaltung Höxter. Umfassend erläuterte er den aktuellen Verfahrensstand sowie den bürokratischen Antrags- und Verfahrensablauf. Während Beigeordneter Klaus Schumacher im übertragenen Sinne zu vermitteln bemüht war, dass nichts so heiß gegessen wie gekocht werde, zumal auch bisher kein offizieller Antrag eingegangen sei, sehen die Mitglieder der Bürgeriniative bereits jetzt dringenden Handlungsbedarf.
Horst Gehring machte seinem Ärger darüber Luft, seiner Meinung nach von der Stadt nicht alle dem Bürger gesetzlich zustehenden Informationsunterlagen in dieser Angelegenheit erhalten zu haben und forderte diese vehement ein. Franz-Josef Mertens und Christian Mertens, beide Jagdpächter im Zielgebiet, und Barbara Draesner brachten weitere Argumente gegen die Einrichtung eines Steinbruchs zur Sprache.
Unterstützung im Regionalrat suchen
Unterstützung bieten hier vor allem die SPDler in den Ortsausschüssen. Günter Fricke, Ortsausschussvorsitzender Albaxen, und Paul Völse, Bödexen haben bereits die heimischen Mitglieder des Regionalrats der Bezirksregierung, der über Änderungen des Regionalplans entscheidet, kontaktiert. Danach hätten sich Rainer Brinkmann, früherer SPD-Bundestagsabgeordneter, und SPD-Kreisverbandsvorsitzender Johannes Reineke, ebenfalls gegen einen Steinbruch in Fürstenau ausgesprochen und ihre Unterstützung schriftlich zugesichert.
Günter Fricke wies darauf hin, dass ein Regionalplan genauso schnell und problemlos geändert werden könne wie jeder andere Bebauungsplan auch. Deshalb müssten noch viel mehr Argumente zusammengetragen werden. Er wies auf die zahlreichen vorhandenen Steinbrüche in der Region hin. Seiner Meinung nach könne man hier bereits von Überversorgung sprechen, und die Auslastung der Steinbrüche sei nicht gegeben. Angesichts der zu erwartenden Schwerlast-Lkw-Frequentierung, sei neben Lärm und Umweltbelastung auch der Straßenzustand zu bedenken. "Die desolate und mit fehlenden Banketten längst der Erneuerung fällige Landstraße zwischen Bödexen und Albaxen hält schon heute der Verkehrsbelastung nicht mehr stand!" erklärte Fricke und fügte hinzu: "Natur- und Bürgerschutz haben Vorrang vor unternehmerischem Profitstreben!"
Weitere Argumente lieferten unter anderem Jürgen Dähling (UWG) und Stefan Behrens (CDU), der ebenfalls mit Nachdruck auf die Gefährlichkeit der Straße zwischen Albaxen und Bödexen hinwies. Vorsitzender Udo Speith (CDU) wies auf die bevorstehende Vereinsgründung "Kein Steinbruch in Fürstenau/Bödexen" hin. Er rief dazu auf, den Verein durch Beitritt zu unterstützen, um der Stimme von Politik und Bürgern noch mehr Gewicht zu verleihen.