Höxter. "Überwindung des Todes" nannte der Bildhauer Karl J. Dierkes (1924-2008)das von ihm geschaffene Bronzerelief, unter dem gestern Franz Albrecht Metternich-Sándor Herzog von Ratibor und Fürst von Corvey zur letzten Ruhe gebettet wurde. Hunderte von Trauergästen bekundeten durch die Teilnahme an dem feierlichen Begräbnis Wertschätzung für den Verstorbenen und Verbundenheit mit dem herzoglichen Haus.
"Anteilnahme ist christliches Tun", sagte Abt Gregor Henckel von Donnersmarck vom Zisterzienserkloster Heiligenkreuz bei Wien, der zusammen mit Pfarrdechant Ludger Eilebrecht und desssen Vorgänger, Monsignore Andreas Kurte aus Paderborn, das Requiem in der Corveyer Abteikirche zelebrierte. Durch seine gewinnende Art habe der Verstorbene "bezaubernd gewirkt auf alle, die ihm begegneten". Die Bevölkerung habe ihn kennengelernt als jemanden, der um die Menschen bemüht gewesen sei und ihnen freundlich entgegentrat.
Sichtbares Zeichen für die von dem Geistlichen in seiner Ansprache hervorgehobene "Vielseitigkeit der heimatlichen Bindung", die große Bedeutung hatte im Leben des Herzogs von Ratibor, waren nicht nur die Fahnen der Abordnungen der Höxteraner Schützengilde und des Reit- und Fahrvereins für das Corveyer Land. Unter den Gästen befanden sich neben zahlreichen Vertretern europäischer Adelshäuser auch Abordnungen aus Rauden, dem Geburtsort des verstorbenen Herzogs, und dem österreichischen Grafenegg.
Künstlerisches Symbol des Auferstehungsglaubens
Unter den vielfältigen Funktionen des Herzogs von Ratibor stellte Abt Henckel von Donnersberg die Verbundenheit des Verstorbenen zum Malteser-Ritterorden heraus. Damit einhergegangen sei der "bekennende, aber diskrete Glaube"an die Auferstehung, in künstlerischer Form symbolisiert auf dem Bronzerelief an der von Herzog von Ratibor nach seinen eigenen Vorstellungen gestalteten Familienbegräbnisstelle im CorveyerFriedgarten. Vor Jahren hatte er das jetzt als Grabmal dienende Kunstwerk zusammen mit seiner Frau Isabelle bei einem Besuch im Atelier des Bildhauers in Dalhausen ausgewählt und in Auftrag gegeben.
Kunst und Kultur, insbesondere die Musik lagen Herzog von Ratibor am Herzen. Beim gestrigen Requiem erklangen Chor- und Orgelsätze der Komponisten, deren Werke oft bei den Corveyer Musikwochen zu hören sind, Wolfgang Amadeus Mozart, Johann Sebastian Bach, Franz Schubert. Die musikalische Gestaltung der feierlichen Totenmesse hatten Prof. Gerhard Weinberger als Organist und Leiter des Vokalsolisten-Ensembles der Barockakademie Detmold sowie Hans Hermann Jansen mit der Choralschola Marienmünster-Corvey übernommen.
In großer Zahl nutzten die Gäste der Begräbnisfeier die Gelegenheit, nach der Beisetzung beim Empfang im Kaisersaal Viktor Herzog von Ratibor und Corvey, seiner Frau Alexandra, seiner Mutter Isabelle, seinen Brüdern sowie den weiteren Mitgliedern der herzoglichen Familie Anteilnahme auszusprechen. Zum anschließenden Kaffeetrinken in den Räumen von Schloss Corvey war auch die Höxteraner Bevölkerung eingeladen.