Höxter. Möglicherweise ist das Höxteraner Hallenbad in der Luisenstraße maroder als gedacht. Gestern ist dort ein Dachbalken mit 16 Metern Spannweite gebrochen.
Einem Mitarbeiter einer Höxteraner Elektrofirma, die zur Vorbereitung auf die Hallenbadsaison routinemäßig die Beleuchtungskörper überprüft hat, war der Schaden aufgefallen. "Ich bin gegen viertel nach acht hier rein gekommen, da war noch nichts. Ich hatte dann bei den Umkleidekabinen zu tun und als ich gegen neun Uhr wieder hier vorbei kam, hab ich gesehen, dass der Leimbinder im unteren Bereich gebrochen war", berichtete gestern der Bosseborner Elektroinstallateur Michael Krause (35).
Die Stadt wurde sofort informiert und hat entsprechende Schritte eingeleitet. "Die Wartungsarbeiten wurden eingestellt, das Hallenbad geräumt. Wir sind jetzt dabei, die Decke zu stützen, dann kann die Ursachenanalyse beginnen", sagte der Erste Beigeordnete Klaus Schumacher.
Aufgetreten ist der Schaden im Flachdach-Bereich der Schwimmhalle, direkt hinter dem Übergang vom Schwimmerbecken zum Hubboden-Abschnitt. Dort ist der zweite von fünf Balken, die dort die Decke tragen am linken Rand gebrochen.
"Es handelt sich um einen Leimbinder von zwölf Zentimetern Breite einer Höhe von 1, 14 Metern und einer Spannweite von 16 Metern", erklärt der Statiker Bruno Kieneke, der den Schaden analysieren wird. "Zum gegenwärtigen Zeitpunkt kann man noch gar nichts sagen, ich denke in 14 Tagen liegen die Ergebnisse vor, dann können wir auch etwas zur konkreten Schadenshöhe mitteilen", sagte der Technische Beigeordnete Dardo Franke.
Probleme im Bereich der Dachkonstruktion sind der Stadt seit längerer Zeit bekannt. "Wir haben ja schon vor zwei Jahren eine Schwachstelle über dem Umkleidetrakt festgestellt. Seither muss im Winter bei einer Schneehöhe ab zehn Zentimetern das Bad geschlossen oder die Schneelast beseitigt werden", bestätigte der Technische Beigeordnete. Dabei war erst im im Mai ein aktuelles Gutachten über den Zustand des Hallenbades angefertigt worden. "Das hat diesen Vorfall nicht voraussehen können, dazu hätte es weiterer Spezialgutachten bedurft, die den Rahmen gesprengt hätten", sagte Bürgermeistervertreter Schumacher.
Die Gewitternacht vom Dienstag steht nicht in einem ursächlichen Zusammenhang zu dem Balkenbruch. Schumacher: "Der Blitz ist definitiv nicht eingeschlagen und ob der Starkregen den Prozess beschleunigt hat, ist reine Spekulation".
Gestern konnte auch keine Aussage gemacht werden, ob das Hallenbad zum Saisonstart im Herbst wieder geöffnet werden kann.