Steinheim. 147 Einsatzkräfte und 31 Fahrzeuge der Freiwilligen Feuerwehren und des Katastrophenschutzes waren am Samstag im Einsatz, als der 3. Zug der Bezirksbereitschaft des Regierungsbezirks Detmold in den Wäldern der Egge eine Großübung durchführte. Unterstützt wurden die Wehren von Verbänden des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) Höxter/Bad Driburg sowie einem Versorgungstrupp des Technischen Hilfswerks (THW) Paderborn.
Die von den Feuerwehren zu lösende Aufgabe bestand im Löschen eines fiktiven Waldbrandes auf dem Eggekamm zwischen Grevenhagen und Veldrom. Dabei war Löschwasser aus den im Wald gelegenen Löschteichen zu entnehmen und zusätzliches Wasser mit Tanklöschfahrzeugen (TLF) über die Waldwege zum Einsatzort zu fahren. Um das Übergreifen des Feuers auf ein benachbartes Waldstück zu verhindern und eine Überland-Stromleitung zu schützen, legten die Wehren eine Riegelstellung an. Hierzu wurde, in Absprache mit den Forst- und Wasserschutzbehörden, auf einer Länge von 300 Metern eine Schneise in den Wald geschlagen.
Ein logistisches Problem stellte in dem unüberschaubaren Waldgebiet die gezielte Führung der Einsatzkräfte und der Tankfahrzeuge dar. Einsatzleiter und stellvertretende Kreisbrandmeister in Paderborn, Elmar Keuter: "Wir müssen Einsatzkräfte und Löschfahrzeuge praktisch im Kreis dirigieren, damit sie sich auf den engen Waldwegen nicht gegenseitig blockieren." Erschwerend hatten die Übungsleiter Willi Schrenner (stellvertretender Kreisbrandmeister Höxter) und Johannes Benning (Wehrführer Nieheim) umstürzende Bäume und festgefahrene Autos eingeplant, so dass rasches Umdenken und beherztes Handeln gefragt waren. Für realitätsnahe Bedingungen sorgten außerdem vom Regen aufgeweichte Waldwege und zum Teil dichter Nebel.
Ein Problem stellte nach Auskunft des beobachtenden höxteraner Kreisbrandmeisters die Funkverbindung dar. "Die Einsatzleitung hat eine Relaisstation zur Reichweitenerhöhung aufstellen müssen, sonst wäre der Funkverkehr nicht möglich gewesen", so Johannes Kunstein. In solchen Fällen ein Kradmelder hilfreich. Er könnte im Notfall die vielleicht überlebenswichtigen Meldungen transportieren und auch bei der Einweisung der Löschfahrzeuge sowie der Kennzeichnung der Wegstrecken wertvolle Dienste leisten. "Ein vorausfahrender Kradmelder hat außerdem die Möglichkeit, bereits weit vor den eintreffenden Löschfahrzeugen an der Brandstelle die Lage zu sondieren und Hinweise an die Einsatzleitung zu übermitteln", sind sich Kunstein und Keuter in der Beurteilung einig.
Nach der rund viereinhalb Stunden dauernden Übung wurden die Wehren im Verfügungsraum (Stadthalle Steinheim) vom DRK mit warmen Speisen versorgt. Das Betanken und den technischen Dienst an den Fahrzeugen übernahm das THW.
Das Fazit von Einsatzleiter Elmar Keuter: "Im Bereich der ausführenden Trupps gab es keine Schwierigkeiten. Es wurde nach Bekanntgabe der Aufgabenstellung alles routiniert ausgeführt. Notwendig sind jedoch weitere Stabsrahmenübungen, die dann aber an der Karte stattfinden können." Wenn es am Samstag tatsächlich gebrannt hätte, hätten weitere 40 TLF abgerufen werden können, ergab eine Abfrage der Einsatzleitung.