Höxter. Sie war der ersten Bundeswehrverein, der zu einen Neujahrsempfang einlud und damit eine gute Tradition begründete: die Unteroffiziersgesellschaft in der General-Weber-Kaserne (UHG). Doch der Verein beendet seinen Geschäftsbetrieb. Mit der Umstrukturierung der Versorgung der Soldaten ist kein Platz mehr für ein eigenes Unteroffiziersheim.
Es ist ein Abschied mit Wehmut: Fast 37 Jahre lang wurden die Unteroffiziere des Höxteraner ABC-Bataillons in ihrem eigenen "Gasthaus" bewirtet. In ihrem Unteroffiziersheim mit Bar, Stammtischen und zwei großen Veranstaltungssälen gab es nicht nur Empfänge, Kicker- und Bingo-Turniere. Auch Hochzeiten wurden hier gefeiert. 40 bis 50 Unteroffiziere nutzten das Heim täglich zum Essen. Die Überschüsse des UHG-Vereins wurden regelmäßig an das Soldatenhilfswerk gespendet.
Doch damit ist am 23. Oktober Schluss. Die Versorgung aller Dienstgrade, von der Mannschaft über Unteroffiziere bis hin zu den Offizieren wird zusammengefasst und zieht in die bisherigen Räume der UHG. "Es ist sinnvoll, das zusammenzufassen. Diesen Trend gibt es überall in der Bundeswehr, denn die Trennung der verschiedenen Dienstgrade ist nicht mehr so streng wie früher", sagt Hauptfeldwebel Sven Reusch, auch wenn er sich nur ungern von den Räumen trennt.
Während im Erdgeschoss die Truppenküche ausgebaut wird, werden ab 2011 alle Dienstgrade in der ersten Etage in einer Art Restaurant gemeinsam verpflegt. Eine räumliche Trennung zwischen Offizieren und Unteroffizieren soll es weiterhin geben. "Hier kann man hinkommen, wenn man mal etwas anderes essen oder sich mal zurückziehen möchte", sagt Oberfeldwebel Dennis Little, der seit Mai 2009 auch erster Vorsitzender der UHG ist.
Während des Umbaus können die Mannschaft und die Unteroffiziere das repräsentative Offiziersheim auf der gegenüberliegenden Straßenseite der Kaserne mit nutzen. Auch die Küchensoldaten und Ordonanzen, die bisher das Unteroffiziersheim bewirtschaftet haben, werden mit umziehen. "Wir werden versuchen, dass unser Neujahrsempfang trotzdem stattfinden kann. Es wäre schade, wenn diese Tradition nach 37 Jahren nicht abbricht", sagt Reusch.
Über die Kosten der Umstrukturierung schweigt die Bundeswehr. Wenn sie abgeschlossen ist, soll das bisherige Offiziersheim verkauft werden. "Genauere Planungen dazu gibt es aber noch nicht", sagt Presseoffizier Michael Mundhenke. Auch über die Kosten für den Umbau schweigt die Bundeswehr.
Mit der Aufgabe des Geschäftsbetriebes ist nicht zwangsläufig das Ende der Unteroffiziersheimgesellschaft als Verein verbunden. "Darüber wird die Hauptversammlung im Februar oder März entscheiden", sagt Little. Zuvor wollen die 173 ordentlichen und 270 außerordentlichen Mitglieder, also ehemalige Unteroffiziere und Freunde der UHG, noch einmal richtig feiern. Beim Abschiedsempfang am 22. Oktober ab 17.30 Uhr wird das restliche Essen als Buffet aufgeboten und Freibier gereicht. "Unsere Andenken, wie das große Steuerrad und das gestiftete Wappen aus Holz, werden wir einlagern. Hoffentlich findet es einen Platz im Trio-Gebäude", sagt Reusch.