Kreis Höxter. Wenn’s draußen kalt ist, machen es sich viele Menschen kuschelig warm vor ihrem Kamin. Doch dass dieser Gefahren birgt, vergessen die meisten. Allein 73 Mal musste die Feuerwehr im Kreis Höxter im letzten Jahr wegen Kaminbränden ausrücken.
Immer mehr Menschen machen sich unabhängig von Gas und Öl und setzen auf die behagliche Wärme des Holzfeuers im Kaminofen. Doch problemlos ist das nicht.
Wie wird überhaupt richtig geheizt? Was verbrannt werden darf und was nicht, schreibt der Gesetzgeber im Bundes-Immissionsschutzgesetz fest. Zu den erlaubten, sogenannten raucharmen Brennstoffen gehören: Steinkohlen, und Steinkohlebriketts, Braunkohlebriketts, Koks, trockenes und naturbelassenes Holz, Presslinge und Pellets. Immerhin ersetzt ein Raummeter Holz etwa 170 Liter Heizöl.
"Buchenholz ist das beste Brennholz. Es hat nur einen geringen Säureanteil und hat somit einen hohen Brennwert. Aber Fichte, Lärche und Kiefer kommen als Brennholz ebenfalls in Frage", erklärt Johannes Kunstein, Kreisbrandmeister und Schornsteinfeger.
"Nicht in den Kamin gehört bearbeitetes Holz", fügt Kunstein hinzu. Dieses sei mit Schutzmitteln behandelt und könne ebenfalls einen Brand verursachen.
Ebenso wenig gehören Verpackungsmaterial und andere Abfälle in den Kaminofen. Papier kann in kleinen Mengen zu Beginn dazugegeben werden.
Dem Holz als Brennstoff wird ein Heizwert zugeordnet, der von der Feuchtigkeit abhängig ist. "Je feuchter das Holz ist, umso geringer ist der Brennwert. Ein gutes Stück Holz muss eine Restfeuchte von unter 20 Prozent haben und mindestens zwei Jahre an der Luft gelagert werden", betont Forstwirt Peter Marquardt. Denn feuchtes Holz hat nicht nur eine schlechte Heizleistung, die Verbrennung setzt gleichzeitig Schadstoffe frei. Im Schornstein setzten sich Ruß und Wasser ab und beides zusammen kann sich schnell entzünden.
Um Scheitholz richtig trocken zu bekommen, sollte man darauf achten, dass es an einer belüfteten , sonnigen und regengeschützten Stelle aufgeschichtet ist. Das heißt, man sollte das Holz mit einem Blech oder einer Plane abdecken und an den Seiten offen lassen, damit es nicht anfängt zu schwitzen. Marquardt lehnt eine Lagerung im Keller ab, da so das Holz modert anstatt zu trocknen.
"Heizen muss gelernt sein. Grundsätzlich gilt: Lieber häufig kleine Mengen auflegen, als selten und dann auch noch dicke Brocken", klärt Kunstein auf.
Außerdem betont der Fachmann, dass ein offener Kamin eine Dauerheizung nicht ersetzen dürfe. Gerichte hätten in den vergangenen Jahren entsprechende Urteile erlassen. Danach dürfe ein Kamin etwa acht bis zehn Mal im Monat für jeweils vier bis sechs Stunden brennen. Die Einhaltung dieser Verordnung werde vom jeweiligen Bezirksschornsteinfegermeister überprüft.
Wer sich rechtzeitig informiert und die Ratschläge des Fachmanns befolgt, kann sich über den Herbst auf gemütliche Abende vor dem Kamin oder Ofen freuen.