Ehrenmünze zum Abschied für Hubertus Backhaus / Brok lobt "Gesamtkunstwerk" der politischen Arbeit
Bad Driburg. Es war ein Tag des Dankes. Die zahlreichen geladenen Gäste würdigten beim offiziellen Empfang zum Abschied von Landrat Hubertus Backhaus das politische Lebenswerk des 64-Jährigen. Der scheidende Verwaltungschef des Kreises gab das vielfache Lob zurück. Dabei hob er neben Verwaltung, politischen Gremien und Hilfsorganisationen besonders die ehrenamtlich engagierten Bürger des Kreises hervor.
"Wer nicht den Mut hat, zur rechten Zeit zu gehen, macht einen riesigen Fehler", rief Backhaus den 250 Vertretern aus Politik, Verwaltung und Gesellschaft entgegen. Dass für ihn jetzt die richtige Zeit zum Abschied sei, daran ließ er keinen Zweifel. Doch auch in seiner letzten Rede kam der erste hauptamtliche Landrat des Kreises nicht umhin, noch einmal an die vielen Aufgaben zu erinnern, die noch gelöst werden müssen. So nutzte er mit seinen typisch deutlichen Worten das Podium, um ein letztes Mal für das Heizen mit nachwachsenden Rohstoffen und die bessere Integration von Zuwanderern zu werben.
Es waren zwei von zahllosen Themen, die dem Vollblutpolitiker am Herzen lagen. Daran erinnerten Redner des Empfangs, angefangen von Franz Kremeyer, Fraktionschef der CDU im Kreistag, über Regierungspräsidentin Marianne Thomann-Stahl und den Europaabgeordneten Elmar Brok bis hin zum Beverunger Bürgermeister Christian Haase.
Kremeyer zählte viele von Backhaus initiierte Projekte wie die Neustrukturierung der Verwaltung, die Sanierung der Kreisgebäude und die Einführung des Elternbegleitbuches für Neugeborene. "Ihre Detailkenntnisse zu den vielen Projekten und allen Bereichen der Verwaltung war immer wieder faszinierend", betonte Kremeymer und ergänzte: "Das von Ihnen geführte Amt ist ein politisches. Sie wurden von der CDU als Partei getragen. Dennoch waren sie nie parteiisch."
Regierungspräsidentin Marianne Thomann-Stahl erinnerte an eine Anekdote: "Wenn es nach mir ginge würdest Du nicht hier sitzen. Denn dann hätte die CDU ihr Wahlversprechen umgesetzt und Du wärst jetzt nicht im Amt", habe Backhaus bei ihrer Ernennung gesagt. "Da wusste ich, mit dem Mann kannst Du zusammenarbeiten", erzählte Thomann-Stahl. Sie würdigte vor allem, dass der Kreis Höxter unter Backhaus aufgeholt und viele andere Regionen überholt habe. So liege die Pro-Kopf-Verschuldung hier wesentlich niedriger als in anderen Kreisen.
Europaabgeordneter Elmar Brok betonte das "Gesamtkunstwerk" der politischen Arbeit, hob aber besonders die menschliche Seite von Backhaus hervor. "Dein Wort hatte immer Handschlag-Qualität. Das findet man im politischen Geschäft nicht oft", sagte Brok. Hubertus Backhaus sei ein Geschenk des Kreises für die ganze Region Ostwestfalen-Lippe gewesen.
Die stellvertretende Landrätin Carola Breker erinnerte an viele wichtige, auch kleinere Erfolge von Backhaus. Am Ende ihrer Rede überreichte sie als Dank die goldene Ehrenmünze des Kreises mit dem Portrait des Barockmeisters Johann Conrad Schlaun. Backhaus ist der 13., dem diese Ehre zuteil wird.