"Da’Ka" mit Musikvideo unter den besten 100 von 3.000 Einsendungen zum Deutschen Nachwuchsfilmpreis
Brakel. Der Brakeler Hip-Hop-Sänger Daniel Kassis (24), alias "Da’Ka", ist in der Kategorie Musikvideo für einen der drei Deutschen Nachwuchsfilmpreise nominiert "Ich war auch vollkommen überrascht, als ich die Nachricht erhalten habe, ich hatte mich einfach mal auf gut Glück beworben, ohne eine besondere Erwartung zu haben", erzählt der Rapper, der vor zwei Jahren mit dem Kulturpreis des Kreises Höxter ausgezeichnet worden ist.
Nominiert wurde Da’Ka für sein aktuelles Video zum Song "Ist das das Deutschland". Es zeigt Da’Ka in einem Klassenzimmer sitzend und seine Geschichte erzählend. In dem Song kritisiert der Brakeler Sozialrapper die zunehmende Kluft zwischen arm und reich. "Im Video habe ich die wirtschaftliche und gesellschaftliche Situation in Deutschland anhand von Dokumentaraufnahmen von berühmten Ereignissen der letzten Monate und Jahre illustriert", erläutert der Rapper und Video-Künstler.
So sind kurze Filmsequenzen, die die vermisste Madeleine, das Inzestmonster Josef Fritzl oder die S-Bahn-Schläger aus München zeigen, in das Video hineingeschnitten worden. Aber auch Bilder von magersüchtigen Mädchen, rotierenden Stromzählern, Menschen in Armut gegenübergestellt der Welt der Schönen und Reichen zeigt das Video des sozial engagierten Rappers aus Brakel.
"Die Aufnahmen in der Schulklasse sind in Brakel in der städtischen Annette-von-Droste-Hülshoff-Realschule entstanden", erzählt Kassis. Als Schüler hat Daniel Kassis, der soeben sein Lehramtstudium für die Fächer Mathematik und katholische Religion abgeschlossen hat, das Brakeler Petrus-Legge-Gymnasium besucht. "Allerdings habe ich an der Realschule während des Studiums meine Schulpraktika absolviert und deswegen war der Kontakt zur Schulleitung gegeben und ich bin dankbar, dass ich hier direkt mein Video drehen konnte", sagt Daniel Kassis.
Seit August ist das Video in verschiedenen Video- und Musikportalen zu sehen. "Das ist das Video, über das Deutschland sprechen wird", hat Da’Ka selbstbewusst das Werk überschrieben. Mit dem Nachwuchsfilmpreis im Rücken ist das durchaus realistisch. "Wo ist die kleine Madeleine draußen, wenn die Bahn heut nicht kommt, lass und Flatrate saufen", lautet eine seiner gesellschaftskritischen Textzeilen.
Seit 2005 zeichnet alle zwei Jahre eine wechselnde Jury drei Bestleistungen in der Kategorie "Regie" mit dem Deutschen Nachwuchsfilmpreis aus. Die feierliche Verleihung findet am Sonntag, 22. November, im Rahmen des internationalen Filmfestivals "up-and-coming" in Hannover (19. bis 22. November) statt.
Selbst wenn er den Preis nicht gewinnt, ist dem Brakeler Rapper Da’Ka eine große Aufmerksamkeit sicher. Daniel Kassis freut sich: "Mein Musikvideo ist der Eröffnungsfilm dieses Wettbewerbs".
Das Video ist nicht das einzige aktuelle Projekt von Da’Ka. Kassis: "Ich arbeite derzeit an einer EP mit einem Produzenten vom Musik-Label EMI. Außerdem bin ich vor kurzem auf einem Festival mit der aktuellen Popstars-Band Queensberry aufgetreten."
www.myspace.com/daka24