Bevern/Höxter. Ob eine Pipeline, mit der die Abwässer aus dem Kalibergbau in die Nordsee transportiert werden, überhaupt genehmigungsfähig ist, steht zurzeit noch nicht fest. Doch die Mehrheit der Mitglieder des Weserbundes sieht in diesem Vorschlag des Runden Tisches eine Chance zur nachhaltigen Verringerung der Salzbelastung von Werra und Weser.
Mit einer Resolution, die sie – bei sechs Enthaltungen – während ihrer gestrigen Tagung in Schloss Bevern verabschiedeten, stützen sie die Position des Runden Tisches, "dass die lokale Entsorgung des unvermeidbaren Salzabwassers über eine Fernleitung an die Nordsee das am besten geeignete Mittel ist".
"Es wird ein langer Weg sein zu einem sauberen Gewässer", wies Prof. Dr. Hans Brinckmann, der Leiter des Runden Tisches zu Gewässerschutz Werra/Weser und Kaliproduktion, gestern auf die Hürden hin, die noch zu überwinden sind. Möglichkeiten, das Umweltproblem "vor Ort" zu lösen, gibt es nach Brickmanns Worten gegenwärtig nicht. Er hält die "Unsicherheit der Genehmigungsfähigkeit einer Pipeline" für "vergleichsweise überschaubar", machte aber deutlich: "Ohne Umweltschäden gibt es keine Lösung. Bergbau ist ein massiver Eingriff in Natur und Landschaft und wird es auch bleiben." Sich der Salzlast durch Verdünnung in der Nordsee zu entledigen sei vertretbar, "solange man den Kalibergbau will". Und dafür gebe es gute Gründe.
"Wir erkennen als Anrainer die bereits erreichten Verbesserungen ausdrücklich an", betonte Landrat a. D. Hubertus Backhaus, der den Standpunkt des Weserbundes erläuterte. Zu einer weiteren Verringerung der ökologischen Belastung, werde die Neue Integrierte Salzabwassersteuerung (NIS) beitragen. Langfristig sei jedoch die Pipeline "die einzige Alternative zu Einleitung und Versenkung". Man könne nur hoffen, "dass sie möglichst bald realisiert wird". Als wünschenswert stellte es Backhaus dar, "dass alle Anrainerländer und auch der Bund diese Zielsetzung unterstützen". Bedenken dagegen kommen von niedersächsischer Seite. Gegen den Vorwurf, das Problem werde verlagert, wandte Backhaus ein: "Wer sich verweigert, eröffnet Kali + Salz die Möglichkeit, das Salzabwasser wie bisher in Werra und Weser und damit letztlich auch in die Nordsee einzuleiten."
Da die Mitglieder des Runden Tisches Konsens anstreben, haben sie eine zweimonatige Prüfphase beschlossen. Vorgesehen ist, dass die Empfehlung des Runden Tisches am 12. Februar verabschiedet wird.















