Steinheim/Ottenhausen. Zu einem ungewöhnlichen Großbrand wurde die Feuerwehr Steinheim in der Nacht zu Samstag in der Ortschaft Ottenhausen gerufen. Nachbarn hatten gegen 0.30 Uhr entdeckt, wie die Flammen aus dem Dachstuhl schlugen.
Die Feuerwehrleitstelle alarmierte alle Löschzüge der Wehr Steinheim, die Atemschutz-Einheit sowie Notarzt und Rettungsdienst. Als die Einsatzkräfte wenige Minuten später vor Ort eintrafen, standen bereits alle drei Etagen des Hauses in Flammen. "Jeweils allerdings nur auf wenigen Quadratmetern", berichtet Einsatzleiter Willi Schrenner.
Außerdem brannte im Erdgeschoss des Nachbarhauses eine Bettenanlage. Dieses unverschlossene Gebäude ist eigentlich durch eine Feuerschutzwand gesichert. Unter schwerem Atemschutzgerät nahmen die 84 Einsatzkräfte einen Innenangriff vor. Der Dachstuhlbrand wurde über eine Drehleiter bekämpft.
Nach einer Stunde hatte die Feuerwehr den Brand unter Kontrolle. Um Glutnester zu finden, wurde das Dach an mehreren Stellen geöffnet. Besondere Schwierigkeiten habe es beim Einsatz nicht gegeben, erklärte Stadtbrandmeister Schrenner. "Wäre das Feuer aber nur wenige Minuten später entdeckt worden, hätten wir ein großes Problem gehabt." Der Grund: Nur vier Meter neben dem Wohnhaus steht eine große Scheune, die voll mit Heu und Stroh ist. Zudem grenzen weitere Wohnhäuser dicht an das Gebäude.
Zum Zeitpunkt des Brandausbruches waren keine Bewohner im Gebäude. Es wird im Sommer von ausländischen Erntehelfern eines ortsansässigen Obstbauern genutzt. Notarzt und Rettungsdienst konnten bald wieder abrücken, ohne eingreifen zu müssen.
Zur Brandursache ermittelt die Kriminalpolizei. Vor Ort hielt man aufgrund der verschiedenen räumlich abgegrenzten Brandherde eine Brandstiftung für sehr wahrscheinlich.
Auch die Höhe des Sachschadens ist nochunklar. Das Haus ist jedoch unbewohnbar. Die Durchgangsstraße der Ortschaft Ottenhausen wurde vorsorglich für die Nacht gesperrt, um Autofahrer und Fußgänger vorherabfallenden Dachteilen zu schützen.