Aus Ostwestfalen ans Nildelta: Bischof Anba Damian organisiert einen Hilfstransport für Ägypten
Höxter. Die Uhr tickt: "Binnen drei Stunden müssen wir die Möbel verladen haben", sagt Bischof Anba Damian. Der koptische Bischof aus Höxter-Brenkhausen hat einen Spendentransport nach Ägypten organisiert. Die Spenden sollen pünktlich zu Weihnachten ankommen, das heißt am 7. Januar. Dann feiern die koptischen Christen das Heilige Fest der Geburt Christi.
Vor der ehemaligen Borgentreicher Kaserne stapeln sich Stühle und reihen sich Spinde aneinander. "Viele Borgentreicher haben Möbel gespendet", freut sich Bischof Anba Damian. Aber auch in Hannover haben die Kopten Güter gesammelt. "Wir haben OP-Kleidung aus einem Krankenhaus in Hannover bekommen", erzählt der Organisator. Zu den OP-Kleidungen gesellen sich Rollstühle und Krücken.
Auch Krankenhäuser und Arztpraxen in Ägypten will der Bischof ausstatten. Und noch mehr: Die Messdiener hieven unzählige orange und grün lackierte Spinde in den Auflieger. Die Spinde sind letzte Erinnerungen an die ehemalige Nutzung der Anlage - Überbleibsel aus der Bundeswehr-Vergangenheit. "Die bekommen die Nonnen für ihre neuen Klausur-Zellen. Die schmalen Schränke passen perfekt, und die Schwestern wollen es genau so: Sie wollen keinen Luxus, sondern etwas, das funktioniert", erklärt Bischof Damian.
Erzbischof verteilt Güter vor Ort
Das Ziel des Transports wird die Diözese Damiette/Kafr el Shaich in der gleichnamigen Hafenstadt am Nildelta sein. "Der Erzbischof wird die Güter vor Ort an Hilfsbedürftige verteilen", erzählt Bischof Damian. Hilfsbedürftig seien vor allem Bauern. "Sie gehören in Ägypten zu den Ärmsten der Armen", weiß der gebürtige Kairoer Kirchenmann.
Darüber hinaus würden auch Kranke und Menschen mit Behinderungen mit Krücken und Rollstühlen ausgestattet. Aber auch Kinderwagen und Babybettchen werden in den Süden gebracht. Genauso wie Möbel - alles, was einen Haushalt perfekt macht. "Die Menschen brauchen die Möbel, auch wenn sie gebraucht sind. Wenn ein Paar heiraten will, müssen sowohl der Mann als auch die Frau Mobiliar mitbringen", erklärt Bischof Damian. Ohne eine solche Mitgift könne nicht geheiratet werden. Zum Teil stammen die Möbel aus Haushaltsauflösungen, andere wurden gespendet. Bischof Damian ist Optimist. Er weiß, wie aus Not eine Tugend gemacht wird: "Wir haben kein Geld, aber wir haben Liebe - sie ist unser Vermögen", sagt Bischof Damian. Sie setze unangeahnte Kräfte frei. Davon ist auch Wolfgang Tautz überzeugt. Tautz ist stellvertretender Ortsbeauftragter des Malteser-Hilfsdienstes in Höxter.
Die Malteser und Kopten kooperieren seit rund sechs Jahren in Sachen Mildtätigkeit. "Wir haben unser Lager auf dem Kasernengelände", erklärt Tautz. Von dort ist gestern auch der Hilfszug gen Ägypten gestartet. Am 29. Dezember werden die Güter dort sein, damit sie pünktlich zur koptischen Weihnacht am 7. Januar bei den Menschen ankommen.
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