Kreis Höxter. Nur ein falscher Schritt auf einem vereisten Gehweg und es kommt zu einem schmerzhaften Sturz. Schon kann es für den Grundstückseigentümer, der den Gehweg zu räumen hatte, richtig teuer werden. Denn der ist für Sicherheit der Fußgänger verantwortlich.
"Ich kann jedem Bürger nur dringend raten den Bürgersteig auf seinem Grundstück von Schnee und Eis zu befreien. Von 7 bis 18 Uhr muss Neuschnee sofort entfernt werden. Im Falle eines Unglückes haftet sonst der Eigentümer", mahnte Hubertus Grimm, Pressesprecher der Stadt Höxter.
In Brakel kontrolliert das Ordnungsamt sogar. "Zwei Mitarbeiter gehen die Straßen regelmäßig ab und weisen auf die Pflicht des Bürgers hin, dass mindestens 1 bis 1,2 Meter breit geräumt werden muss. Ein Rollstuhlfahrer muss den Weg passieren können", sagte Franz-Josef Wentler von der Stadt Brakel.
Um das Grundstück zu räumen wird meist geschoben und danach Salz gestreut. Doch das Streuen von Salz ist verboten. Lediglich in Ausnahmesituationen, wie etwa nach Eisregen, dürfen Privathaushalte zum Salz greifen. Weitere Ausnahmen sind besonders gefährliche Stellen wie Brücken, Treppen oder Rampen. Die Winterdienste müssten allerdings Salz streuen, da die Straßen für Autos sonst nicht befahrbar seien. Da aber auch Gehwege teilweise von der Stadt mit Salz bestreut werden, verstoßen die Kommunen gegen ihre eigene Satzung.
"Das Verbot ist aus umwelttechnischen Gründen sinnvoll. Das gelöste Salz gelangt in die Kanalisation und von dort aus in die Kläranlage, in der das Gleichgewicht durcheinander gebracht wird", sagte Grimm. Kurios sei nur, dass jetzt in allen Baumärkten in der Region das Streusalz verkauft ist. "Wir haben nur noch Lavagranulat. Mit Streusalz werden wir auch erst mal nicht mehr beliefert. Die Kommunen stehen vor uns, die haben ja auch schon Engpässe. Das Granulat hat eine abstumpfende Wirkung und darf legal eingesetzt werden", erklärte Bernd Hughie, Leiter der Baustoffabteilung des Obimarkts Höxter. Neben Granulat, raten die Kommunen Sand, Asche, Kies, Split oder Sägespänen nach dem Schieben zu streuen.
Wer noch keinen Schneeschieber hat, für den wird die Besorgung genauso schwierig wie beim Streusalz. "Wir haben zwar gestern eine Lieferung von Schiebern bekommen, doch die ist auch schon wieder so gut wie vergriffen. Inzwischen biete ich ein besonders modernes Teil an. Das nennt sich Schüppe", scherzte Huyghe.