Steinheim. Jetzt ist es amtlich und das Rätselraten hat ein Ende: Dominik Thiet ist der neue Prinz Karneval in Steinheim. "Ich habe einen Puls von 200, stehe kurz vor Herzklappenabriss. Ich verspreche Euch, wir feiern einen geilen Karneval und bringen den Saal zum Kochen!", so seine ersten Worte ans närrische Volk.
Vorausgegangen war eine Prinzenkürung im Zeichen des Bühnenmottos "Fröhliches Mittelalter". Das Präsidium der Steinheimer Karnevalsgesellschaft (StKG) hatte sich wieder einmal eine Menge einfallen lassen. Eingehüllt in eine wunderschöne Geschichte galt es, einen würdigen Nachfolger des Königs Artus, also einen Prinzen zu finden. StKG-Präsident Markus Struck als Obernarr und seine Präsidiums-Ritter teilten das Volk in vier Urstämme Steinheims: Die Bellenberg-Barbaren, die Stoppelberg-Sachsen, die Tubbensen-Kelten und die Wöhlberg-Normannen lösten fantasievolle Aufgaben: Sie puzzelten, tanzten, lösten Rätsel und ließen nach dem passenden Schlüssel für einen Keuschheitsgürtel suchen.
Drei Ritter zogen schließlich ins Finale und die Spannung stieg. Damit war der Kreis der potenziellen Kandidaten auf Christoph Klennert, Fanz-Gerd Brökel und Dominik Thiet eingegrenzt. "Wir wollen den Prinzen sehen", schallte es im Saal. Doch es galt noch eine letzte Hürde zu überwinden.
Zu Beginn der Spiele hatte König Artus, alias Franz Ovenhausen, ein sagenumwobenes Schwert in einen Stein gesteckt und erklärt, dass es nur der würdige Prinz wieder aus dem Stein ziehen könne. Im Laufe des Abends versuchten viele ihr Glück. Unter ihnen sogar Erwin Nowak, Präsident der Nieheimer Karnevalsgesellschaft. "Wenn sich das Schwert jetzt löst, werde ich hier sofort abgewählt", mutmaßte Obernarr Struck. Das Schwert blieb stecken. Es musste wohl ein Steinheimer werden.
Scheidendes Prizenpaar bedankt sich
Auch Christoph Klennert und Franz-Gerd Brökel zogen mit aller Kraft, aber das Schwert gab nicht nach. Als schließlich Dominik Thiet an der Reihe war, löste es sich mit einem lauten Donnerschlag und Feuerwerk. Der Abend der Prinzenkürung ist gleichzeitig der letzte offizielle Auftritt des scheidenden Prinzenpaares: Gerd Lödige, der Trommelwirbel mit der Goldkante und seine Prinzessin Sabine Diedrich, die Wunderbar-Kreative, bedankten sich für eine traumhafte Session. "Ich habe jetzt schon eine Träne im Auge", meinte Prinz Gerd und Sabine gab zu: "Ich hatte ja gehofft, dass es noch weiter stürmt und schneit und die Veranstaltung heute Abend vielleicht abgesagt werden muss."
Im Saal selbst war von eisigen Wintertemperaturen und Schneesturm nicht viel zu spüren, denn die Stimmung kochte förmlich. Die Prinzengarde heizte mit ihren Tänzen ein, die beiden Solomariechen Maren Mertens und Laura Lippe waren in Hochform. Sie tanzten zu Ehren des alten Prinzenpaares, des neuen Prinzen und auch des Hofmarschalls.
Jener Herr, der vor zwei Jahren selbst zum Prinzen gekürt wurde und im letzten Jahr als Exprinz feierte, wird nun als Hofmarschall arbeiten. Auch hier gab es einen Amtswechsel: Jürgen Kros, dem der Abschied nicht ganz leicht fiel, übergab seinen Stab und das Autoschild "Hofmarschall im Einsatz" an Matthias Peine. Er wird nun so eine Art neuer Lebensabschnittsgefährte von Dominik Thiet, denn er wird ihn zu allen Terminen begleiten.
Dominik Thiet ist ein junger Elferrat, der sich gerade im letzten Jahr große Anerkennung im Steinheimer Karneval buchstäblich erarbeitet hat. Wo immer etwas zu tun war, war er zur Stelle und packte mit an. Nicht nur wegen seiner beruflichen Tätigkeit im Garten- und Landschaftsbaubetrieb seines Vaters wird er "Chefgärtner der StKG" genannt. Die Erdbauarbeiten des Anbaus der Karnevalshalle erledigte er fast im Alleingang. Auch seine Freundin Sylvia Waller investiert viel Freizeit für die StKG. Sie hat ein einzigartiges Talent für Zeichnen und Malen, das sie beim Bühnenbau einsetzt.
Ob sie allerdings bei der Wahl der Prinzessin eine Rolle spielt, weiß nur Dominik allein. Wenn auch das Rätselraten um die Prinzenwürde ein Ende hat, die Gerüchteküche wird weiter brodeln. Denn erst am Galaabend wird er seine Prinzessin der Narrenschar in Klein-Köln-an-der-Emmer präsentieren.