Höxter (JS). In seinem Handwerk kam ein 48-Jähriger aus Höxter bestens zurecht. Doch als er versuchte, sich auf dem geschäftlichen Sektor zu tummeln, scheiterte er böse. Gestern musste er sich sogar vor dem Paderborner Landgericht einfinden, schließlich warf ihm die Staatsanwaltschaft unter anderem Insolvenzverschleppung vor.
Eigentlich war die Geschäftsidee des gelernten Installateurs gar nicht so schlecht. Via Internet wollte er qualitätsvolle Haustechnikgeräte verkaufen - an Privathaushalte, aber auch an Unternehmen. Doch dem Handwerker wuchs das Geschäftliche - er hatte zeitweise elf Mitarbeiter in Lohn und Brot - bald über den Kopf. Kosten und Einnahmen kamen nicht mehr zur Deckung.
Doch statt ganz schnell einen Schlussstrich zu ziehen, versuchte der Höxteraner "immer weiter, dann doch noch auf einen grünenen Zweig, in die Gewinnzone zu kommen", erkannte das Gericht. Trotz leerer Kassen orderte der 48-Jährigeweiterhin Waren für insgesamt fast 28.000 Euro und nahm Vorauszahlungen bestellfreudiger Kunden in Gesamthöhe von rund 92.000 Euro an, ohne liefern zu können.
Erst Ende 2007 nach monatelanger Zahlungsunfähigkeit meldete der Höxteraner, der sich aber stets bemüht hatte, seine Angestellten zu bezahlen, und sich keine eigenen Vorteile verschafft hatte, Insolvenz an.
Der Handwerker solle jetzt nach vollzogener Privatinsolvenz wieder in einem Angestelltenverhältnis erst einmal wieder auf die Füße kommen, befanden die Richter der 1. Großen Strafkammer und verhängten eine zweijährige Bewährungsstrafe. Zudem muss der 48-Jährige 100 Stunden soziale Arbeit leisten.

















