Kreis Höxter. Starker Schneefall, vereiste Straßen. "Vermeiden Sie Autofahrten", lautete der Rat der Kreispolizeibehörde. Doch nur die wenigsten Bürger konnten dieser Empfehlung folgen. Der Berufsverkehr im Kreis geriet gestern zur Geduldsprobe. In den Abendstunde bestand dann Blitzeisgefahr.
Durch die fast aufgebrauchten Salzvorräte können die Streudienste zwar die Schneemassen noch räumen, doch die Salzmengen reichen nicht mehr aus, um die Fahrbahndecke von den Eisplatten zu befreien. Erst zum Mittag normalisierte sich der Verkehr.
Die Städte und der Kreis sind mit ihren Vorräten am Ende. Auch gestern kamen keine neuen Lieferungen. Einzig die Straßenmeisterei Brakel (Landesbetrieb Straßenbau NRW), bekam 50 Tonnen Nachschub.
"Wir haben am späten Montagabend noch einmal flächendeckend die Bundesstraßen abgestreut, sind aber von den Witterungsbedingungen überrascht worden. Ab 3.30 Uhr sind wir Dienstagmorgen erneut gefahren, doch es war kälter als erwartet", berichtet Albert Kohlhagen, Leiter der Straßenmeisterei Brakel. Erst mit einer erneuten Tour um 9 Uhr konnten die Bundesstraßen vom Eis befreit werden.
Noch schlechter sieht es auf den Kreisstraßen aus. "Wir streuen momentan überhaupt nicht mehr. Wir können nur noch den Schnee von den Straßen räumen", berichtet ein frustrierter Elmar Schwiete, verantwortlich beim Kreis Höxter für den Winterdienst, der seit Tagen auf eine Meldung aus Hannover wartet, wann der Kreis wieder mit Streugut versorgt wird.
Neben den minimalen Streusalzmengen behinderten die starke Sturmböen zusätzlich den Straßenverkehr. Starker Südwest- bis Westwind mit Böen um 80 km/h, (Stärke sieben bis acht) in Verbindung mit starken Schneefall (Neuschneemengen von 5 bis 10 Zentimeter) sorgten für starke Schneeverwehungen auf den Straßen, die einige Passagen unpassierbar machten.
"Die Hegge" zwischen Borgentreich und Brakel mit den Ortschaften Frohnhausen und Auenhausen, wie auch Tietelsen und Rothe, waren zwischenzeitlich komplett abgeschnitten. "Wir waren nachmittags mit drei Schneepflügen in den Gebieten unterwegs, um die Schneewehen zu beseitigen. Die Fahrer konnte im Rückspiegel beobachten, wie die Straßen hinter ihnen wieder zugeweht wurden", berichte Elmar Schwiete. Auch Altenbergen (Marienmünster) war gegen 16 Uhr nicht mehr zu erreichen. Da im Verlauf des Tages die Temperaturen in vielen Bereichen des Kreises auf über Null Grad Celsius anstiegen, bestand am Abend die Gefahr der überfrierenden Glätte.
Auch für heute sieht die Verkehrslage nicht besser aus. Viele Straßen können nur provisorisch geräumt werden. Höhenlagen sollten die Fahrer meiden und dafür kleinere Umwege in Kauf nehmen.
Die ersten Städte haben auf die Wetterkapriolen reagiert. Die Stadt Höxter und die Stadt Beverungen, beide haben ihr Streusalz ebenfalls weitestgehend aufgebraucht, lassen heute die Schulen geschlossen.
"Aufgrund der Wettervorhersage mit ergiebigen Schneefällen und eventuellem Eisregen wird es nicht möglich sein, den Schülern einen gesicherten Schulweg zu gewährleisten", erklärte Hubertus Grimm, Pressesprecher der Stadt Höxter (siehe Schlagzeile).