Höxter/Kassel. In seiner letzten Sitzung hat der Runde Tisch Werra gestern Abend empfohlen, bis spätestens 2020 die Einleitung von Salzlauge in die Werra und deren Versenkung in den Untergrund vollständig einzustellen. Dafür soll der Düngemittel-Hersteller K+S eine 500 Millionen Euro teure Salzpipeline zur Nordsee bauen dürfen.
"Sechs Stunden mit Option auf eine Verlängerung" hatten die Teilnehmer des "Runden Tisches Werra" eingeplant, um nach jahrelanger Debatte eine gemeinsame Empfehlung auszusprechen, mit der die umweltschädliche Versalzung von Werra und Weser beendet werden kann. Sie brauchten die optionale Verlängerung, denn in der letzten Konferenzrunde wurde Abschlusstext noch einmal "seziert", wie Beverungens Bürgermeister Christian Haase der NW berichtet. Er vertrat in der Runde aus Politikern und Experten die Weser-Anrainerkommunen.
Am Ende sprachen sich die Teilnehmer mit 20 gegen 3 Stimmen für eine Fernleitung zur Nordsee aus. "Wir sehen in der Pipeline die einzig langfristige Lösung, um die Versalzung der Werra und Weser zu beenden", erklärte Haase, der sich erfreut über das eindeutige Votum zeigte. Die Empfehlung soll als Grundlage für die kommenden politischen Debatten dienen.
Gegen die Empfehlung stimmten unter anderem die Vertreter des Düngemittel-Herstellers Kali und Salz und vom Land Niedersachsen. Der niedersächsische Landtag hatte bereits im Januar mit großer Mehrheit die Pipeline abgelehnt, weil er eine Schädigung der Nordsee befürchtet. Er wollte das Unternehmen K+S stärker in die Pflicht nehmen.
K+S und Niedersachsen stimmen dagegen
Enttäuscht zeigte sich Haase vom K+S-Vertreter, der sich trotz Zugeständnissen an das Unternehmen wenig kooperativ gezeigt habe. Zurzeit produziert K+S bei der Herstellung von Salz rund 14 Millionen Kubikmeter Salzlauge jährlich, wovon rund die Hälfte in Werra und Weser geleitet wird. Der andere Teil wird derzeit in Bergwerken verpresst. Dies soll wegen der Gefährdung des Grundwasserd jedoch zeitnah verboten werden. Als Alternative zur Salz-Pipeline stellte K+S ein Maßnahmenpaket mit integrierter Salzsteuerung (NIS) sowie Lösungstiefkühlung und Eindampfungsanlage vor. Dieses hätte bis 2015 eine Reduzierung der Lauge auf 7 Millionen Kubikmeter und damit eine langfristige Einleitung von Salz in die Werrabedeutet.















