Bad Driburg (ds). Aus einem angeblichen Karnevalsscherz ist bitterer Ernst geworden. Drei Schüler aus der zehnten Klasse der Realschule Bad Driburg haben Freitagvormittag sieben ihrer jüngeren Mitschüler mit Pfefferspray verletzt. Alle wurden in umliegende Krankenhäuser gebracht. Die Verwendung des Verteidigungssprays, das auch von der Polizei eingesetzt wird, wird für die drei Täter ungeahnte Konsequenzen nach sich ziehen.
Als die sieben betroffenen Fünftklässler sich nach der großen Pause in einem Gang vor ihrem Klassenzimmer aufhielten, spielten die drei Schüler mit dem auf der Straße gefundenen Spray auf dem Gang und versprühten einen Hub, der die Fünftklässler traf. Der Chiliextrakt gelangte nicht nur sofort in die Augen der Betroffenen, sondern auch in die Atemwege.
Die Wirkung eines solchen Sprays ist sehr schmerzhaft und kann den Betroffenen für 15 bis 45 Minuten außer Gefecht setzen. Der Kontakt mit den Augen führt zur sofortigen Reizung, schmerzhaftem Brennen, sowie starkem Tränen und Schließen der Augen. Durch das Einatmen der Substanz kommt es auch zu Übelkeit. "Für die Kinder war es ein Schock, da sie große Angstzustände hatten und unter Atemnot litten", sagte Schulleiterin Monika Mundanjohl.
Von der Polizei verhört
Die Schüler wurden sofort von den herbeigerufenen Notärzten mit Sauerstoff versorgt und in Krankenhäuser gefahren. Besonders schwer betroffen war ein Schüler, der unter Asthma leidet und dadurch vor allem unter akuter Atemnot litt.
Die drei Täter wurden von der Polizei mitgenommen und verhört. Zu klären sei, warum sie das Pfefferspray in die Schule mitgenommen haben.
Vermutlich müssen die Täter nun nicht nur mit einer Anzeige rechnen, sondern auch mit schulischen Maßnahmen. "Wir werden schulintern klären, was mit den drei Schülern passieren soll. Doch sind wir der festen Überzeugung, dass diese zwar fahrlässig gehandelt haben, jedoch nicht bewusst jemanden verletzten wollten", betonte gestern Schulleiterin Monika Mundanjohl.