Höxter. Sympathisch, witzig, kraftvoll - so erlebten die Konzertbesucher Luxuslärm am Wochenende in der Residenz- Stadthalle Höxter. Die Gewinner der 1LIVE Krone "Bester Newcomer" 2009 machten auf ihrer Tour mit dem Titel "So laut ich kann" Station in der Weserstadt. Und "laut" ist die fünfköpfige Formation, die ihre Songs mit so viel Spaß rüberbrachte, dass es keinen Besucher unbewegt ließ. Vom ersten Titel an schaffte Luxuslärm eine Brücke zum Publikum, war ganz nah an den Fans dran und brachte richtig Stimmung in die Halle.
Die Veranstalter hatten sich aufgrund des mäßigen Kartenvorverkaufs entschlossen, die Bühne nicht im großen Saal zu installieren, sondern im Vorraum des Resi. Eine gute Entscheidung, denn so konnten die Fans Luxuslärm hautnah erleben. Frontfrau Jini beschrieb, dass es eine Herausforderung war, nach Höxter zu kommen, weil der Flieger von Berlin nicht starten konnte: "Mit der Bahn nach Bielefeld und dann über die ganzen Dörfer nach Höxter - geht das nicht einfacher? Immerhin haben wir da schon mal ein paar Fans im Zug kennengelernt. . ." Gutgelaunt präsentierten sie die bekannten Songs vom ersten Album wie "1.000 Kilometer bis zum Meer" oder "Unsterblich", stellten viele Titel vom kürzlich erschienenen zweiten Album "So laut ich kann" vor, rockten über die Bühne und legten einen Auftritt hin, der ein größeres Publikum verdient hätte.
Doch das macht die Musiker aus Iserlohn so sympathisch, dass sie auch für gut 250 Fans alles geben, obwohl sie schon vor Tausend und mehr gespielt haben. Ihr Titel vom zweiten Album "Leb’ Deine Träume" spiegelt wohl sehr gut wider, was die Band gerade erlebt: "Wahnsinn, genau das dürfen wir im Moment erleben, das ist echt irre, was hier passiert, und das verdanken wir Euch!" bedankt sich Jini Janine Meyer bei den Besuchern, nachdem sie den Song am Ende a capella mit dem Publikum sang. Und als Schlagzeuger Jan kurz hinter der Bühne verschwand, übernahm sie kurzerhand selbst die Sticks und hatte eine Menge Spaß dabei. Die Luxuslärmer haben einen schweren Weg hinter sich, "wir haben es uns das Musikgeschäft etwas einfacher vorgestellt", beschreibt die blonde Rockröhre mit der kraftvollen Stimme ihren Weg zum Erfolg.
Ohne große Plattenfirma im Rücken haben die Musiker es Stück für Stück geschafft, sich nach oben zu arbeiten und werden jetzt seit etwa zwei Jahren auch "draußen" wahrgenommen. Mit ihren kritischen und lebensnahen Texten sprechen sie ein breites Publikum an, da spielt es keine Rolle, ob man zwölf oder vierzig ist - in den Liedern kann sich jeder ein Stück weit wiederfinden.
Guter, ehrlicher Rock bildet die Basis für bebende Hallen und begeisterte Fans, aber auch die Balladen bieten eine absolute Gänsehautgarantie. Aus zehn Auftritten im Jahr 2007 sind nun gut hundert Auftritte im Jahr 2010 geworden und die Nominierung für den VIVA Comet 2010 macht deutlich, dass von der Band noch einiges zu erwarten ist.