Steinheim. Es ist eine lange Geschichte, die vom Verkauf des Steinheimer Bahnhofs erzählt werden könnte. Jetzt hat sie ein Ende gefunden: Der Bahnhof ist verkauft. Wie hoch der Verkaufspreis letztendlich gewesen sein dürfte, darüber schweigt sich ein Schreiben des Steinheimer Stadtmarketings zum Verkauf aus.
Aber das ist wohl auch nicht so ganz wichtig; viel mehr wiegt, dass es Investoren gibt, die sich um das Bahnhofsgebäude kümmern wollen, es gestalten und auch wieder mit Leben erfüllen. Ein Hotel mit Gastronomie ist nach dem Willen der neuen Besitzer geplant. Die Stadt hat hier schon einige Vorleistung erbracht und war nach dem Bau der Bahnhofsunterführung gestalterisch tätig. Die Stadt selbst wollte den Bahnhof zwar erhalten, aber nicht behalten. Rund eine Million Euro Instandsetzungskosten (2001), wollte sich die Stadt nicht ans Bein binden.
Um den Bahnhof ist es seit anderthalb Jahren sehr ruhig gewesen. Bis zum Ende des Jahres 2008 hatte die Stadt mit Hochdruck einen Interessenten für das Gebäude gesucht, aber war nie auf ein positives Echo gestoßen. Denn: Mit dem Bahnhof selbst konnte die Stadt auf Dauer nichts so recht anfangen. Er sollte optimal in sein Umfeld passen - optisch, wie auch von der Nutzung her.
Rotlicht am Bahnhof sollten nur die Züge haben, aber nicht im Gebäude vorherrschen. Darüber wurde im Januar 2001 geredet. Im Januar 2001 lief auch bereits die Ausschreibung der DB, das Gebäude zu verkaufen.
Ruhiger um den einst lebhaften Bahnhof mit seinem Umfeld war es bereits Ende 2000 geworden, als die Umstellung im Service-Bereich begann. Mit den Überlegungen zur Planung im Stadtumbau West (im September 2007) wurde eine neue Nutzung des Bahnhofs und seines Umfeldes immer dringlicher. Das Gebäude stand zum Verkauf. Angeboten wurde es im Dezember 2007 für 10.500 Euro.
Nach knapp drei Jahren hat er nun einen neuen Besitzer gefunden. Dazu erreichte die Redaktion gestern Nachmittag ein Schreiben des Steinheimer Stadtmarketings mit folgendem Inhalt:
"Wie die Bahnflächen-Entwicklungsgesellschaft NRW und die Stadt Steinheim in einer Kurzmitteilung mitgeteilt haben, ist nach langer Verhandlungsphase, bedingt durch bahninterne, förderrechtliche Probleme, der Durchbruch bei den Verhandlungen erfolgt.
Am vergangenen Dienstag konnte die Stadt Steinheim nach langer Investorensuche und mehreren Ausschreibungen die Kaufverträge mit der Deutsche Bahn AG und einer Investorengemeinschaft aus Baden-Württemberg inklusive der Sanierungsvereinbarungen unterschreiben. Die Investorengemeinschaft plant eine Komplettsanierung des Bahnhofsgebäudes, um einen Hotelbetrieb in Kombination mit Gastronomie und Dienstleistungen im Gebäude zu etablieren. Die zurzeit im Gebäude befindlichen bahntechnischen Einrichtungen sowie der Fahrkartenverkauf und die Reiseauskunft werden in das Umnutzungskonzept integriert und bleiben den Bahnnutzern erhalten."
Das detaillierte Nutzungskonzept mit einem Zeitplan soll der Öffentlichkeit bis Ende Mai vorgestellt werden.