Kreis Höxter/Rheder. Eine Fahrt quer durch den Kreis von Nieheim nach Warburg ist für Autofahrer seit gestern eine große Geduldsprobe. Während zwischen Gut Albrock und Holzhausen der Verkehr an der Baustelle vorbeigeleitet wird, muss die Ortsdurchfahrt Rheder für acht Wochen voll gesperrt werden. Auf die Ortschaften an den Umleitungsstrecken kommen hohe Belastungen zu.
"Wir bauen für, nicht gegen die Autofahrer", betonen die Bauarbeiter. Auch für sie bedeuten Großbaustellen wie auf der Ostwestfalenstraße zusätzlichen Stress. Vor allem, wenn der Verkehr wie zwischen den Abfahrten Holzhausen Albrock an der Baustelle vorbeigeleitet wird. 50 Stundenkilometer sind hier erlaubt. "Leider halten sich viele nicht daran, das macht es für uns nicht gerade einfacher", ärgert sich ein Straßenarbeiter.
Betreut wird das Projekt vom Landesbetrieb Straßen NRW. Dessen Fachleute hatten ursprünglich geplant, den Verkehr einspurig vorbei zu führen und via Ampelschaltung zu regeln. Die Entscheidung fiel schließlich doch für die zweispurige Variante, damit der Verkehr flüssiger läuft. Dafür wurde gestern extra der Randstreifen verbreitert. "Jetzt reicht der Platz gerade so aus", sagt Reinhard Stiller, Sprecher von Straßen NRW in Paderborn. Auch er appelliert an die Autofahrer, umsichtig und vorsichtig durch die Baustellen zu fahren.
4,1 Kilometer lang ist die Baustelle bei Holzhausen. Schon seit dem strengen Winter gilt hier eine Geschwindigkeitsbeschränkung wegen der zahlreichen Schlaglöcher. Schon damals war klar: Flicken reicht nicht aus – es hilft nur noch eine umfassende Sanierung der Fahrbahn. "Geplant ist, die Asphaltdecke in einer Stärke von acht Zentimetern abzufräsen und mit einer neuen zwölf Zentimeter dicken Fahrbahndecke wieder aufzubauen", erklärt Stiller. Baukosten der bis Ende Juli dauernden Arbeiten: rund 720.000 Euro.
Wie Straßen NRW gestern Nachmittag ankündigte, muss schon ab heute die Kreisstraße 2 nach Albrock für zwei Wochen gesperrt werden. Später ist auch die Einmündung der Kreisstraße 5 (Abzweig Erwitzen/Holzhausen) betroffen.
Besonders anstrengend werden die kommenden zwei Monate für die Anwohner in Herste, Schmechten und Gehrden sowie Natzungen, Borgholz und Erkeln. Ihre Orte liegen an der großräumige Umleitung für die bei Rheder voll gesperrte Ostwestfalenstraße. Autofahrer, die von Bad Driburg nach Warburg fahren wollen, werden sogar über Willebadessen und Scherfede zur Bundesstraße 7 umgeleitet. Mit den unterschiedlichen Umleitungen in den jeweiligen Fahrtrichtungen hat Landesbetrieb Straßen versucht, ein wenig Entlastung zu schaffen.
An der Vollsperrung selbst führe kein Weg vorbei. "Die Bundesstraße 252 ist in Rheder zu schmal, um den Verkehr an der Baustelle vorbeizuleiten. Es gibt klare Vorgaben der Berufsgenossenschaft zum Schutz der Arbeiter", erklärte Reinhard Stiller. Vorteil: Die Sanierung der Fahrbahndecke kann schneller durchgeführt werden. Die Polizei warnt davor, sich über das Durchfahrverbot hinwegzusetzen – es werde extra Kontrollen geben. Nur für die Anwohner gibt es eine Ausnahme. Auch der Busverkehr werde uneingeschränkt weiterlaufen.
Auch wenn die Vollsperrung am 13. August aufgehoben werde, müssten die Autofahrer weiter mit Einschränkungen rechnen: "Dann wird der Verkehr einspurig durch Rheder laufen und mit einer Ampelschaltung geregelt", erläutert Stiller.
Sämtliche Arbeiten sollen voraussichtlich Ende September beendet sein. Die Baukosten betragen rund 570.000 Euro.