Das lebende Wappentier der 2. Kompanie
Höxter/Beverungen. Die 2. Kompanie des ABC-Abwehrbataillons 7 der Bundeswehr in Höxter hat einen neuen Angehörigen: Zwergziege Josef. Der junge Ziegenbock ist das neue Wappentier des Standortes Höxter.
Als solches hat Josef natürlich einige Verpflichtungen: Morgens wird angetreten, und dann muss er aktiv an allen Kompanie-Vorhaben teilnehmen. Egal ob Bataillonsappell, Sondervorhaben oder Patenschaftsveranstaltung, die Ziege kommt immer mit. Gut, dass Josef auch ein bis zweimal pro Jahr in den Urlaub darf.
Die Beverunger Schützenkönigin Elisabeth Politycki überreichte den Bock am Samstag feierlich an die Bundeswehr.
Artig eingereiht
Der Gefreite Daniel Kleikemper nahm seinen neuen Zögling an der Leine entgegen. Josef trabte auch gleich freudig und mit bimmelnder Glocke hinter seiner zukünftigen Betreuungsperson her und reihte sich artig in die Reihe der Soldaten. Antreten, gerade stehen und den Blick nach vorne richten, klappt bei Josef schon ganz gut.
Daniel Kleikemper ist für seinen neuen Job geradezu prädestiniert: Er hat eine Ausbildung zum Viehwirt mit dem Schwerpunkt Schaf- und Ziegenzucht. Als Ziegenbeauftragte werden extra Soldaten mit längerer Dienstzeit ausgesucht, damit Josef eine längerfristige Bezugsperson hat.
Schützenkönigin Elisabeth Politycki ist Leiterin des Altenheims St. Josef in Bad Lippspringe, dadurch bekam das siebenmonatige Tier seinen Namen. Immerhin ist Josef in der Ziegenherde hinter der Einrichtung geboren worden.
Einziges lebendes Wappentier
Der Standort Höxter ist der einzige der Bundeswehr, der über ein lebendes Wappentier verfügt. Begonnen hat diese Tradition Anfang der siebziger Jahre, als die Soldaten der zweiten Kompanie des Pionierbataillons 7 für die Bürger des Ortes Schwalenberg einen Brückenschlag zur Burg in Schwalenberg bauten. Als Dank dafür gab es von den Bürgern des Ortes eine Ziege als Geschenk.
Somit wurde Bock Franz-Josef 1973 als erstes Tier Angehöriger der zweiten Kompanie. 1980 wurde in Höxter ein Kompaniewappen eingeführt: Neben dem westfälischen Ross, der Kilianikirche und der Pionierbrücke ist dort auch der Kopf einer Ziege zu sehen. "Der gesamte Standort Höxter identifiziert sich mit dem Tier", erklärt Kompaniefeldwebel Robert Gausmann und fügt hinzu "Das ist einfach etwas Einzigartiges. Keine andere Kompanie hat so etwas."
Aufgrund der anstehenden Urlaubszeit bleibt Josef noch ein paar Tage in der Ziegenherde in Bad Lippspringe. Danach zieht er in sein neues Domizil an der Brenkhäuser Straße in Höxter.
Eine Hütte bei schlechtem Wetter
Platzprobleme wird der junge Bock dort nicht bekommen: Das Gehege ist 200 Quadratmeter groß und wurde gerade erst neu eingerichtet. Bei schlechtem Wetter steht ihm eine Hütte zur Verfügung.
Bei Josefs vielen Verpflichtungen steht auch ihm Urlaub zu: Genau wie die Soldaten der Kompanie darf er ein bis zwei Mal im Jahr in die Ferien. Statt nach Mallorca geht es für die Ziege aber nur auf einen Bauernhof zu anderen Tieren. "Er soll ja nicht die ganze Zeit alleine bleiben", erklärt Kompaniechef Hauptmann Markus Denzel und schmunzelt.
Neben der Übergabe des neuen Traditionstieres fand am Waldschießstand zum Wandelnsberg außerdem ein Vergleichsschießen zwischen den Vereinen aus Beverungen und der Bundeswehr statt. Gewonnen hat den Wettkampf der Schützenverein Beverungen.