Neues Facharztzentrum soll bis Mitte 2011 stehen, ein Jahr länger dauert der Umbau der Funktionslogistik
Höxter. Es sieht aus, als sollte kein Stein auf dem anderen bleiben. Doch die Großbaustelle St.-Ansgar-Krankenhaus sieht wüster aus, als sie ist.
"Durch den Abbruch der Rampen und der Verlegung des Haupteingangs auf die Rückseite, ergibt sich ein ungewohntes Bild, aber alle Einrichtungen arbeiten normal", sagte gestern der Geschäftsführer der Katholischen Hospitalvereinigung Weser-Egge, Reinhard Spieß. Innerhalb der nächsten zwei Jahre wird die Funktionslogistik des Höxteraner St.-Ansgar-Krankenhauses neu geordnet. So werden der Haupteingang und die Patientenanfahrt ebenerdig gelegt. Dazu sind nun die Rampen, die früher zum Haupteingang in der ersten Geschossebene führten, abgebrochen worden.
Die großen Bagger auf der rechten Seite wirbeln so viel Staub auf, dass man kaum bemerkt, was auf der linken Seite passiert. Dort entsteht nämlich langsam das zunächst heftig umstrittene Facharztzentrum. Von den ursprünglichen Vorbehalten ist nichts mehr übrig. Das hat im letzten Monat der Planungsausschuss deutlich gemacht, und das haben gestern Hospitalvereinigung und Stadtverwaltung bei einem gemeinsamen Ortstermin noch einmal bekräftigt. "Die Genehmigung ist erteilt, das Projekt ist auf einem guten Weg, die Interessen der Stadt wie auch des Krankenhauses sind berücksichtigt", betonte der Technische Beigeordnete der Stadt Höxter, Dardo Franke. So wurde eine ursprünglich geplante Apotheke aus dem Entwurf gestrichen. Geblieben sind fünf Arztpraxen, die jetzt gebaut werden können. Der fünf Millionen teure Anbau wird als Meilenstein betrachtet. "Damit wird die bestmögliche medizinische Versorgung der Bevölkerung gesichert", betonte Bürgermeister Alexander Fischer.
Bereits im Rohbau befindet sich das neue strahlentherapeutische Zentrum als Ergänzung zur Fachabteilung des Krankenhauses. "Allein dort werden acht bis neun neue Arbeitsplätze entstehen", betonte Verwaltungsleiter Stefan Kruse. Für die Leitung der Strahlentherapieabteilung zur ambulanten Behandlung von Krebspatienten wird ein neuer Chefarzt eingesetzt werden. "Zum ersten September wird der Strahlentherapeut Dr. med. Stephan Christoph diese Funktion übernehmen", sagte Spieß. Stephan Christoph (47) ist derzeit Leitender Arzt der Abteilung Radioonkologie und Strahlentherapie am Medizinischen Versorgungszentrum der Evangelischen Kliniken Gelsenkirchen GmbH.
"Herzstück der neuen Strahlentherapieabteilung ist ein Siemens-Artiste-Linearbeschleuniger, der allein 1,7 Millionen Euro kostet", sagt Johannes Brune, Technischer Leiter der Katholischen Hospitalvereinigung. Der Artiste wird seit 2008 in der Tumorbehandlung eingesetzt und gilt als modernste Strahlentherapie-Entwicklung. Das Gerät wird
baulich vollständig abgeschirmt. "Es steht in einer Art Bunker mit bis zu drei Meter dicken Wänden und Decken", erklärte Architekt Rainer Krekeler.